Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einen Fall von Tetanus: Aus Leroux's Journ. de méd., T. 38, p. 252-257
Person:
Patissier
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14166/2/
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Zéhe fand fich ein Stich mit ungleichen, fchwärzlichen, we¬ 
nig entzündeten Rändern, unter demfelben ein Schwappen. 
Es werden 2-f Schalen Blut am Arm gelaffen, inZwifchen- 
zeit von % Stunde I Gran Opium bis auf 6 Gran gegeben, 
und das laue Bad I Stunde lang angewandt. Aus dem ge¬ 
öffneten Abfcefs fliefst ein jauchiger, fchwärzlicher Eiter. 
Die Stelle wird mit einem erweichenden Pflafter und Lau¬ 
danum bedeckt. Um 8 Uhr Zunahme der Schmerzen, 
der Kranke verzweifelt, durch ein zweihändiges Bad 
wird er erleichtert Um JO Uhr ein Klyftier aus Opium, 
Affa foetida und Kampfer, Nacht fchlaflos, angftvoll, 
Athmen und Schlingen erfchwert. Am I5ten Morgens 
Vermehrung des Trismus, fettiger Schweifs, Puls hart und 
häutig, Athmen etwas fchnarchend. Um io Uhr plötz¬ 
liche Vermehrung des Leidens, Gefleht und Zunge blau- 
roth, Athmen feiten, Puls klein und häufig. Zwölf Blut¬ 
igel auf den Hals und ein Blafenpflafter mit flüchtigem 
Alkali auf die Bruft. Um I Uhr erfolgte der Tod, am5ten 
Tage der Krankheit, während der Verftand bis auf die 
letzten Augenblicke ungeftört geblieben war. 
Im Unterleibe, Magen und Darmkanal, Harnfyftem 
und Milz normal, Leber etwas, blafs, Qallenblafe voll 
lehr dünner Galle». 
In der Bruft ift die Lunge etwas voll Blut, im Herz¬ 
beutel kein Serum, das Herz normal, allein die innere 
Haut deffelben überall, vorzüglich rechterfeits und in der 
Gegend der Klappen, eben fo die der Aorte, der Kopf- 
und Schlüffelpulsadern, der Lungenpulsader, der Hohl¬ 
adern fehr roth. Die Ilöthe verfchwindet nicht durch 
wiederholtes Auswafchen, felbft nicht durch Kratzen der 
Membran mit dem Skalpell. Das Fleifch des Herzens ift 
nicht merklich geröthet. Im Kopfe ift die Bekleidung der 
Hoble etwas geröthet, keine Serofität in derfaiben, auf 
der gewölbten Fläche des Gehirns finden lieh hie und da 
röthliche Flecken, die Gefäfse des Gehirns find blutvoll, 
im rechten Adernetz eine Hydatide, die Confiftenz des 
Gehirns ift normal. Iin Wirbelkanal ift die äufsere Fläche 
der harten Haut geröthet, der lie bekleidende Theil der 
Spinnwebenhaut, fo wie die Nervenfortfätze derfelben 
dunkeiroth, der llückenmarkstheil derfelben wenig ent-
        

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