Bauhaus-Universität Weimar

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ficht könnte vielleicht den Weg zeigen, felhft mathe- 
matifch einen folchen Unterfchied im Allgemeinen zu 
bezeichnen. 
Es ift nämlich wohl keinem Widerfpruche unter¬ 
worfen, dafs, je intenfiver und zugleich extenfiver eine 
Lebensthiitigkeit erfcheint, fie zugleich um fo mehr 
die Idee des Lebens erfülle, um fo lebendiger er- 
fcheine, dahingegen eine intenfiv und extenfiv fchwache' 
Lebensthätigkeit immer mehr vom Sinne des Lebens 
fich entfernen, uns zuletzt als gänzlich ruhend, als todt 
erfcheinen muffe. Intenfion und Extenfion der Lebens- 
erfcheinungen, welche wir an irgend einem Körper wahr¬ 
nehmen, kann nun aber, infofern Leben eine Wechfel- 
wirkung ift, nur dadurch entftehen, dafs eine gröfsere 
Mehrzahl von Wirkungen auf einem Punkte lieh con- 
centriren, und von diefem Punkte wieder gegen jene 
Richtungen ausgehen. Da nämlich jeder Körper leben¬ 
dig zu nennen ift, in wie fern er mit einem andern in 
Wechfelvvirkung tritt, fo wiederholt fich natürlich der 
Begriff der Lebendigkeit fo vielmal in ihm, als er mit 
fremden Körpern fich verbunden zeigt. 
Setzen wir z. B. A und B als zwei mit einander 
in Wechte!Wirkung flehende Körper, fo ift ihre Wech- 
felwirkung = A. B., und es bezeichnet diefes Product 
zugleich den Grad lebendiger Thätigkeit eines Jeden. — 
Setzen wir dagegen mehrere Körper — A. in Wechfel- 
wirkung mit einem einzigen Körper = B, nämlich fo : 
A A A AAA 
B 
fo erfcheint an einem jeden A, welches, ohne den fibri- * 
gen fich zu verbinde.•, blofs mit B in Wechfelvvirkung 
tritt, eine Lebensthäiigkeit — A. B, allein an B, Wel-
        

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