Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Viperngift: Aus dem Giornale di Fisica etc., Vol. 9, in den Annales de Chimie et de Physique, T. IV, p. 169 ff.
Person:
Mangili
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14148/2/
und ftarben nach zwei Stunden. Eine andre Taube ver- 
fchlang ohne Nachtheil das Gift von IO fehr grofsen Vi¬ 
pern. Nach Fontana behält das trockne: Gift feine Eigen¬ 
schaften nur höchftens 9 Monate, der angeführte Verfuch 
widerlegt diele Meinung, die überdies auf Verfuche ge¬ 
gründet ift, wobei das Gift nicht in der Wunde gelaffen 
wurde, alfo mit dem Blute ansfliefsen konnte. Dies zu 
vermeiden, wurde ein Stück Taffet über die Wunde ge¬ 
legt, und fo ftarben Tauben, denen Gift, das 18, 22, 
felbft 26 Monate vorfichtig aufbewahrt worden war, bei¬ 
gebracht wurde, in d — I Stunde. 
4, Or fila über die Wirkung des Morphiums 
auf den thierifchen Körper. (Aus den An¬ 
nales de Chimie et de Pbyficjue. T. V. 1817- P- 288 
— 290.) 
1) Das Morphium allein kann in den Magen der 
fcliwächften Huncle ohne irgend eine bemerkbare Erfchei- 
nung zu veranlagen, bis zur Dofe von 12 Gran gebracht 
werden, während eine gleiche Gabe wäfferigen Opium- 
extractes Barke Vergiftungszufälle, bisweilen felbft den 
Tod , veranlafst. Diele geringe Wirkfamkeit des Mor¬ 
phiums hängt von feiner geringen Auflöslichkeit und der 
fchwachen Einwirkung der Magenfiüfügkeiten auf daf- 
felbe ah. 
2) Die im Waffer auflöslichen Morpliiumfalze, z. B. 
das effigfaure, fchwefelfaure, bydrochlorfaure u. f. w. 
wirken eben fo heftig als das wäfferige Opiumextract, und 
bringen genau diefelhen Zufälle hervor, woraus zu folgen 
Icheint, dafs die Wirkungen diefes Mittels einem Mor- 
phiumfalze zuzufchreiben find, welches wahrfcheinlich 
das mekonfaure ift, deffen Anwefenheit durch Herrn 
Sertürner s und Robiquet’s Unterfuchungen dargethan ift. 
Diefes wichtige Refultat führt natürlich zur Auffuchung 
des Morphiums in einheimifchen Pflanzen und zu der Aus- 
fcheidung deffelben, um es in ein Salz umzuwandeln, 
welches an die Stelle des wäfferigen Extracts gefetzt wer¬ 
den kann.
        

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