Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Asphyxie der Batrachier: Aus den Ann. de Chimie et de Physique, T. V, p. 356-380
Person:
Edwards
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14143/7/
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blicken wurden die FröCclie gelahmt, nach einigen Minu¬ 
ten aber erholten üe lieh, doch nie vollkommen. Die¬ 
lelbe Anzahl von Fröfchen Itarb im Waller in IO bis 12 
Stunden, während die in der Luft befindlichen ftrangu- 
lirten von I bis 5 Tagen lebten. Salamander verhielten 
fich auf diefelbe Weife, indeffen waren ihre Bewegungen 
immer während der ganzen Zeit des Verhiebes fehr lang- 
fam und die Vorderfüfse wurden bald gelähmt. In einem 
Falle war ein ftrangulirter Salamander in der Luft noch 
am 11 ten Tage fehr lebhaft, fein Kopf indeffen brandig. 
Ich bediente mich feiner zu Verhielten, welche mit dem von 
Herrn Düméril übereinkamen, wo ein Salamander lange 
nach Wegnahme des Kopfes und Bildung einer voilkomm- 
nen Narbe am Hälfe lebte, welche den Zutritt der Luft in 
die Lungen völlig hindern mufste, allein, da diefeArt von 
Verhielten mit einer grofsen Verletzung des Nervenfyfiems 
verbunden ift, fo wird lie am beften mit denen über den 
Einflufs der Durchfchneidung des Rückenmarkes auf die 
Afphyxle betrachtet werden. Die Vevfcliiedenheit Zwi¬ 
lchen der Afphyxie durch Ertrinken und durcir Ei würgen 
an der Luft ift, wie man lieht, bisweilen fo beträchtlich, 
dafs man entweder annehmen mufs, diefe Thiere können 
lange ohne andre Einwirkung der Luft als die auf das 
Nervenfyftem Statt findende, leben, oder diefe Flüfiigkeit 
wirke durch die Haut auf das Blut ein. 
Spallanzani fclilofs aus feinen fehr vielfach abgeän¬ 
derten Verfuchen auf die Bildung von Kohlenfäure, wenn 
die Haut dieferThiere mit der Luft in Berührung ift, allein 
hei dielen Verfuchen war ein Irrthum möglich, weil die 
Kohlenfäure von dem Blute ftammen konnte, welches aus 
der Wunde flofs, durch welche die Lungen herausgenom¬ 
men waren. Ich habe mit Herrn Chevillât diefem Irrthum 
dadurch vorzubeugen gefuclit, dafs wir an Fröfchen und 
Salamandern mit eng um den Hals gefchnürten Blafen 
operirten. Auch hier fanden wir in der That in der Luft, 
worin lieh die Thiere 1 bis 2 Stunden befunden hatten, 
eine beträchtliche Menge Kohlenfäure. 
Wirklich bildet lieh alfo Kohlenfäure in der Luft, 
welche mit der Haut diefer Thiere in Berührung ift. 
Aus dem Vorigen folgt, dafs die beträchtliche Zeit, 
während welcher lie, erwürgt, in der Luft leben können,
        

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