Bauhaus-Universität Weimar

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VIL 
Beitrag zur Entwiddungsgefchichte der 
menschlichen Zähne. Von j. F. Meckel. , 
Faft fcheint es unmöglich, der Entwicklungsgefchichte 
der menfchlichen Zähne nach den Arbeiten der Heroen 
in der Anatomie und Phyfiologie über dielen Gegenftand 
noch etwas beizufügen, indeffen ftiefsich doch bei einer 
kürzlichen Bearbeitung deffelben auf einige noch nicht 
hinlänglich erörterte Punkte, welche mir einer nähern 
Beftimmung nicht unwerth fchienen. Diele Arbeit fchien 
mir um fo weniger unzweckmäfsig, als fich aus einer 
genauem Prüfung der vorhandnen Arbeiten ergab, dafs 
nicht blofs Lücken auszufüllen, fondern befonders durch 
neuere Beobachtungen entftandne Irrthümer zu verbef- 
fern feyen. 
Die genauer zu beftimmenden Punkte find vorzüg¬ 
lich i) die erfte ßefchaffenheit der Zahnfäcke (Capfulae 
dentium); 2) die Zeit und Folge in welcher fie fich bilden ; 
3) das erfte Erfcheinen des Keimes in ihnen; 4) die 
Formveränderungen deffelben; 5) die Zeit und die Art 
der Knochenbildung des Zahnes; 6) die Zeitfolge des 
Ausbruches, fowolil der bleibenden als der Wechfelzähne. 
1) Wie bilden fich die Zahnfiäcke? Entfteht jeder 
für fich, oder machen fie anfangs eine gemeinfchaftliche 
Höhle aus, welche fich, nach Art der Zahnhöhlenfort- 
fätze der Kiefer erft allmählich durch Querwände iu 
mehrere Abtheilungen fcheidet? 
Nach einer anfehnlichen Menge von Unterfuchun- 
gen anMenfchen- und Schafsembryonen glaube ich den 
Satz feftftellen zu können, dafs jedes Säckchen für fich 
entfteht, wenn gleich alle innerhalb der Zahnhöhlen¬ 
vertiefung von einem lockern blutreichen Zellgewebe 
gemeinfchaftlich umgeben find.
        

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