Bauhaus-Universität Weimar

324] Von einigen neuen Eigenschaften der Gefässwand. 175 
Vergleicht man diese Curven, welche bei verschiedenen Ver¬ 
suchen, an einer oder an mehreren Nieren erhalten wurden, so 
sieht man, dass sich dieselben unterscheiden durch die absolute 
Höhe der ersten Ordinate, beziehungsweise durch den Unterschied 
der Grösse, welche zwischen ihr und der unmittelbar vor der 
Stromunterbrechung vorhandenen besteht; ferner durch die Steil¬ 
heit mit welcher die Curve von ihrer anfänglichen Höhe herab¬ 
sinkt, und endlich durch das Gesetz nach welchem dieses ge-- 
schieht. Diesem gemäss wird die Aufgabe des Versuches in der 
Ermittelung der Veränderungen bestehen, welche seine Bedin¬ 
gungen erfahren müssen, damit die Curve der mittleren Ge¬ 
schwindigkeit eine bestimmte Reihe von Eigenschaften empfängt. 
Obwohl ich dieser Forderung nicht in ihrem ganzen Umfange 
nachkommen konnte, so vermochte ich doch wenigstens Einiges 
zu ihrer Erfüllung beizulragen. Aus meinen hieher gehörigen 
Beobachtungen werde ich zunächst nur diejenigen mittheilen in 
welchen die Curve als eine Funktion von der Dauer der Strom¬ 
pause und von derjenigen des Ueberlebens erscheint. Von den 
Erfolgen anderer Variationen wird erst später die Rede sein. 
Wenn man die Wirkungen der Pausenlänge abgesondert von 
denjenigen auffinden wollte, welche sich in der ausgeschnittenen 
Niere, sogen wir in Folge ihres allmähligen Absterbens, von selbst 
einstellen, so könnte dieses nur durch eine Reihe von Versuchen 
geschehen in welchen dieselbe Dauer der Stromunterbrechung 
einmal auf- und absteigend vorkäme, z. B. Strompausen auf 
einander folgend von 10, 20, 30, 20, 10 Minuten. Durch eine 
Vergleichung der Mittel aus der 1 .und 5., der 2. und 4. untereinan¬ 
der und mit der 3. Beobachtung würde es vielleicht gelingen die 
Folgen des Absterbens zu eliminiren, weil dieses doch nur sehr 
langsam fortschreitet. Ueber solche Reihen gebiete ich nicht; 
um sie in genügender Zahl zu erhallen wäre mehr Zeit nöthig 
gewesen als mir zur Verfügung stand. Dagegen habe ich bei¬ 
läufig eine grössere Reihe von Beobachtungen gewonnen, in 
welchen bei annähernd gleichem zeitlichen Abstand von dem 
Augenblick des Ausschneidens, Strompausen von ungleicher Länge 
zwischen zwei Durchleitungen gelegt wurden. Aus ihnen ergiebt 
sich ausnahmslos, dass der nach der Unterbrechung wiederein¬ 
geleitete Strom rascher nach einer langen als nach einer kur¬ 
zen Dauer desselben fliesst. .Nach welchem genaueren Gesetze 
jedoch die Dauer der Pause die Anfangsgeschwindigkeit des nach
        

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