Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einige Substanzen, welche unzersetzt in den Harn übergehen: Aus den Memorie della societá Italiana, T. XVII, 1815
Person:
Morichini, D.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14126/5/
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K'&nn fie reichlich und bei nüchternem Magen gen offen 
werden, dem Harn leicht ihren Schleim mit. Dies er- 
giebt fielt fchon aus dem woldfhä tigert Fin fluffs derlei ben 
bei Reizung und Entzündung der Schleimhaut der Harn- 
blafe und Harnröhre, und wird fehr leicht durch die 
chemifehe Prüfung, vorzüglich mittelft des falpeterfauren 
Quecklilbers heftätigt, welches in dem Ham diefer Art 
ein weifses Gerinnfel bildet, das lieb, durch Bewegung 
«uflöft, aber durch Zufatz einer geringen Menge von 
Waffer wieder erzeugt. 
Diefen von mir fclbTt gefehenen Thatfachen 1 affen 
fielt leicht andre von Schriftftellern, die im Belitz des 
höchften Anfehens lind, beifügen So bemerkte Lifter^ 
dafs man Milch, in Menge genoffeu, feibft lauer ge- 
wordne, im Ham erkennt, indem beim Erkalten deffel- 
ben derKafethe.il derlei ben in Klümpchen gerinnt, welche 
alle Eigenfchaften der geronnenen Milch helitzen. Eben 
fo fand er die fchwefelfaure Bittererde irn Harn. 
Im 2 ten Bande der Bologner Commemariea und 
Nr. 87 der philofcpbical Transactions finden lieh 
einige Beobachtungen, woraus lieh ergiebt, dafs die in 
Spetfen oder Getränken genoflenen Oele und fetten Sub- 
ftanzen Geh nuvf.-re.ndert, bald nach dem Genufs im 
Harne wiederfan/ien. Gsfiner und Boyle haben eine 
Menge Beobachtungen über die im Harn gofeneinen, Spu¬ 
ren von Nahrungsmitteln gemacht, und der erfte fchrieb 
einen Auffatz de ci herum in iot’.o veftigiis. Der 
grüne Färbeftoff des Thees, vorzüglich des Faltranks 
der Schweizer und das blaue Satzmehl des Indigo finden 
ßch fehr leicht im Harn wieder. Hallers Phyliologie ent¬ 
hält eine Menge Belege für den Uebergang einer außer¬ 
ordentlich grofsen Anzahl von. Subftanzen aus dem Magen 
in das Harnfyftena ohne die geringfte Veränderung. 
Endlich weifs man, dafs Knoblauch, Zwiebeln, 
Spargel, Erdbeeren, aromatifche Rinden, vorzüglich Zim- 
met, das flüchtige Terpentinöl, die Bai fame und Harze 
dem Harn den eigenthümlichen Geruch diefer Subftanzen 
tnittheikn, und diefer Geruch fetzt nothwendig, er 
ftamme von welchem Beftandtheile er wolle, voraus, 
dafs diefe Subftanzen einem Theile nach in den Harn 
übergehen, der bald nach ihrem Genufs gefallen wird. 
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