Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die chemischen Athmungserscheinungen in Krankheiten: Aus dessen Exper. de chimie et de physiol. pathol., Paris 1811, S. 186-232
Person:
Nysten
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14100/21/
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Taure enthielt als'die Luft, welche während einer weit? 
kurzem Zeit, z. B. während | Minute geathmet worden 
war. Die zwei Verfuche, welche ich eben erzählt habe, 
Iclreinen die, durch diefe Bemerkung entftandne Ver-, 
muthung zur Gewifsheit zu erheben. , 
In der That enthielt bei dem erften diefer Verfuche; 
das ganze, durch ein halbftündiges Athmen gebildete^ 
Luftquantum nur 29,10 Cubikcentimeter Kohlenfäure, > 
während fich beim zweiten Verfuche in dem während 
12 Minuten geathmeten Gas davon 165,9° Cubikcenti* 
meter fanden. Zwar kann man hier bemerken, dafs da» 
beim erften Verfuche angewandte Gas 0,23 Stickgas und 
weniger Säuerftoffgas enthielt als das beim zweiten Ver- 
Tuche gebrauchte, allein diefer Umftand kann nicht den 
Grund der Verfchiedenheit in der gefundnen Kohlenfäure» 
menge enthalten, indem diefe in beiden Fällen im Ver*. 
hältnifs zum verfchwundnen Sauerftoffgas fehr gering ift. 
Der Sauerftoffverluft mufs daher in beiden der Emfaugung,' 
von Kohlenfäure durch die Lungen zugefchrieben werden. 
Das im erften Verfuche enthaltne Stickgas mufste diefer■ 
Einfaugung etwas hinderlich feyn, und wahrfclieinlich; 
deshalb verminderte fich die in der Blafe enthaltne Luft; 
bei dem erften Verfuche weit langfamer als bei dem zwei*/ 
ten. Dafs diefe Verminderung des Volums grofsentheils 
in" der Einfaugung der Kohlenfäure begründet ift, ergiebt 
fielt noch daraus, dafs man fie erft nach einigen Athem* 
Zügen, d. h. dann bemerkt, wenn fielt fclion eine be., 
merkbare Menge Kohlenfäure gebildet hat. 
Diefe Einfaugung von Kohlenfäure auf der einen, 
die Stickftoffentwicklung auf der andern Seite finden 
nicht blofs beim Athmen von Sauerftoffgas oder einem 
Gemifch von diefem und Stickgas, fondera auch von rei¬ 
ner, Kohlenfäure Statt. Dies bewefft folgender Verfuch. 
3) In die Blafe der Vorrichtung wurden 1056 Cubik¬ 
centimeter reiner Kohlenfäure gebracht, welche durch 
Kalkwaffer ohne Rückhand verzehrt wurde, hierauf die 
Lunge eines kleinen Hundes von Luft entleert und da» ‘ 
Gas in diefelbe bis zum Eintritt des Scheintodes dringen 
gelaffen. Nach 2 Minuten gab et kein Lebenszeichen 
mehr. Hierauf wurde der Hahn der Blafe abermals ver* 
f jlrloffen und die Lungen von Neuem luftleer gemacht.
        

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