Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einige Versuche über das Athmen: Aus dessen Révison des nouvelles doctrines chimico-physiologiques à Paris, 1814
Person:
Coutanceau
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14098/4/
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den wir indeffen getäufcht. Auch hatte die Commiffion 
der Ecole de médecine in einem Bericht über den Galva¬ 
nismus fchon jene Zeit auf IO Minuten herabgefetzt, und 
auch diefe Angabe fcheint uns noch zu grofs, da wahr- 
fcheinlich in diefen Verfuchen das Stickgas nicht rein 
war, was gewöhnlich der Fall ift, wenn man über Waf- 
fer arbeitet, und nur die fchnelle Verbrennung de* Phos¬ 
phors zur Bereitung angewandt hat. 
Untere Verfuche machten wir mit einer, der von 
Beddoes zum Athmen künftlipher Luftarten erfundenen 
ähnlichen Vorrichtung, die aus einem ovalen, mit einem 
wulftigeri Rande verfehenenTellerchen von der Weite des 
Mundes beftand, in welchem fich zwei Röhren, deren 
jede mit einem auf entgegengefetzte Weife gerichteten 
Ventil verfehen war, öffneten. Das Einathmen öffnet 
die eine und verfchliefst die andre: eben fo verhält es 
lieh beim Ausathmen. 
An den Enden beider Röhren war eine mit einem 
Hahne verfehene Blafe angebracht, von denen die eine 
das zu athmende Gas enthielt, die andre, leere, zur Auf¬ 
nahme des ausgeathmeten beftimmt war. Beim Ein- und 
Ausathmen wurde die ÎNafe feft vevfchloffen. Nach einem 
tiefen Ausathmen, wodurch wir den gröfsten Theil der in 
den Lungen im Augenblicke des VerTuches enthaltnen. 
Luft ausftiefsen, athmeten wir gewöhnlich 4 Mal hinter 
einander das in der Blafe enthaltue Stickgas ein, und eben 
fo oft durch die Nafe in die atmofphärifehe Luft aus. Erft 
heim 5ten Mal fingen wir die ausgeathmete Luft zur Un- 
terfuchung auf, ein Verfahren, das natürlich beobachtet 
wurde, um durchaus keine atmofphärifehe Luft in den 
Lungen zu haben, wenn das Stickgas einträte. Wenn, 
die Phyfiologen mit Recht annehmen, dafs die Luft in 
den" Lungen gewöhnlich durch 4 Athemzüge völlig er¬ 
neuert wird, fo mufste dies hier wegen der Tiefe derfel- 
ben, da wir jedesmal ungefähr 50 Cubikzoll einzogen, 
defto ficherer gefcliehen. 
Als beftändiges Refultat fanden wir in dem geathme- 
ten Stickgas 7 — 8 Hunderttheile Kohlenfäure, alfo wenig- 
ftens eben fo viel, als beim gewöhnlichen Athmen. Auf¬ 
fallend aber war es uns anfangs, dafs lieh aufserdem, un¬ 
geachtet der forgfältigften Bemühungen, die Vermifchung
        

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