Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Unterschiede der Blut- und Lymphgase des erstickten Thieres
Person:
Tschirjew, Sergei I.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1409/3/
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S. Tschiriew, 
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Um den wichtigen Versuch von einem leicht zu erhebenden 
Einwand zu befreien, erschien es gerathen, nur die Lymphe zu 
entgasen, welche sich, während das Erstickungsblut kreiste, in 
den Wurzeln und Capillaren der lymphatischen Bahnen befun¬ 
den hatte. 
Nach diesen Vorbemerkungen gehe ich zur Schilderung 
meiner Versuche Uber. An jedem der benutzten Hunde wurde 
zuerst der linke Brustgang und eine a. carotis aufgesucht und in 
beide je eine Canüle eingebunden. Darauf ward unter die frei¬ 
gelegte Luftröhre eine Schraubenklemme geschoben und ge¬ 
schlossen ; war die Erstickung so weit fortgeschritten, dass eine 
Berührung der Bindehaut des Auges keinen Lidschluss mehr 
hervorrief, so wurde mit dem Auffangen des Blutes begonnen. 
Dieses trat durch ein Gabelrohr über Quecksilber gleichzeitig in 
mehrere Cylinder ein. Zwei derselben wurden zur Gewinnung 
des Serums zurückgesetzt, ein dritter ward bis zur vollendeten 
Gerinnung geschüttelt. Nachdem alle das Blut betreffenden 
Handgriffe beendet waren, wurde mit dem Auffangen der 
Lymphe begonnen. Die zuerst austretenden 15 bis 20 Ccm. 
wurden in das Freie gelassen, und erst nach ihrer Entfernung 
das Ausfliessende über Quecksilber geleitet. Unter den ge¬ 
schilderten Umständen kann der Strom der Lymphe ’nur dann 
eingeleitet und unterhalten werden, wenn man die unteren Ex¬ 
tremitäten in regelmässiger Folge beugt und streckt, und öfter 
den in den grösseren Lymphstämmen angehäuften Inhalt durch 
Bestreichen der Haut und einen Druck auf den Unterleib entleert. 
Um 60 bis 80 Ccm. Lymphe zu erhalten, welche zu einer Doppel¬ 
analyse nothwendig sind, muss die Manipulation mindestens 20 
bis 30 Minuten hindurch fortgesetzt werden. Trotz aller Sorgfalt 
ist es mir einmal nicht gelungen, mehr als 30 Ccm. Lymphe zu 
erhalten. Auch war es mir zweimal nicht möglich, aus dem ab¬ 
geflossenen Blute so viel Serum auszuscheiden, dass dasselbe zu 
einer Entgasung ausgereicht hätte. 
Die Versuche verliefen folgendermaassen und die Flüssig¬ 
keiten gaben in Procenten ausgedrückt die nachstehenden Gas¬ 
mengen. 
Versuch I. 
Curarevergiftung. Volumen des gewonnenen, Blutes 700 Ccm. Das 
Sammeln der Lymphe begann 12 Minuten nach dem Verschluss der Schrau¬ 
benklemme. Als in Verlauf von 38 Minuten 65 Ccm. Lymphe gewonnen
        

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