Bauhaus-Universität Weimar

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Temperatur um einige Grade herab, wenn der lebende 
Körper einer zu grofsen Hitze ausgefetzt wird. Ein fri* 
fches Ei und frifches Blut gefrieren langfamer als die- 
felben Stoffe, wenn man fie aufthauen und wieder ge¬ 
frieren Iäfst. Drittens widerfteht derfelbe mechanifchen 
und chemifchen Einllüffen und Schädlichkeiten. Je 
ftärker die Lebenskraft, defto gröfser der Widerftand, 
So erträgt ein gefundes Glied anhaltenden Druck, deij 
Reiz eines Blafenpflafters u. f. w., während ein fchwa¬ 
cheres, wafferfüchtiges oder das eines typhöfen Kranketf 
leicht dadurch in Entzündung und Brand geräth. So 
fühlen Wir den Druck enger Bekleidungen Abends oder 
beim Einfchlafen am meiften, den wir Morgens und 
Wachend nicht achten. So weifs die Jugend Wenig von 
Hühneraugen, die im fpätern Alter leicht eintreten. 
So widerfteht der Magen während dem Leben dem auf- 
löfenden Magenfafte, welcher ihn nach dem Tode 
leicht angreift. Diefes Factum beftätigen auch mein? 
Beobachtungen. 
7) Durch eine erhaltende Kraft (vis confervatrix).' 
Es fcheint mir nothwendig, eine folche Kraft nöch als 
befondere Aeufserung der Lebenskraft heraus zu heben, 
Diefe Kraft ift es, wodurch die Lebenskraft in fich felbft 
befteht, und das Leben unabhängig von der Aufsenwelt 
fich erhält und fortdauert. Sie ift um fo ftärker, jè 
jünger das Individuum ift, und um fo geringer, je älter 
es wird. Durch diefe Kraft ift es dem organifcheA 
Wefen möglich, ohne den Einflufs der äufseren Lebens¬ 
bedingungen fich zu erhalten. Haben wir die Noth- 
Wendigkeit ihrer Annahme gerechtfertigt, fo haben 
Wir auch bewiefen, dafs das Leben nicht ein blofses 
Product der Reize und der Erregbarkeit fey, wie die 
Brownifche Schule den Lebensact als ein folches Wech- 
fielfpiel betrachtet. Der Pflanzenkeim behält feine 
Keimkraft Jahrhunderte lang, das Rädert hier wird,
        

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