Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bildungsgeschichte des Darmkanals der Säugthiere und namentlich des Menschen
Person:
Meckel, J. F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14076/25/
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it"' • .-Ungeachtet ich, nach dem Vorigen, fehl* zu der 
Annahme geneigt bin, dafs wirklich in frühen Perioden 
Continuität der Höhlen zwifchen Nabelblafe und Darm¬ 
kanal Statt findet, fo bezweifle ich doch fern*, dafs 
diefer Zufammenhang auf diefe Weife und an der Stelle 
gefchieht, welche Oken annimmt. 
Das Hineinwachfen zweier Kanäle von der Nabel¬ 
blafe aus hat keine Erfahrung für, mehrere eben an¬ 
gegebene völlig gegen fich. 
Dafs der Zufammenhang an der von Oken ange¬ 
gebenen Stelle Statt finde, und der Blinddarm ein 
nothwendiges Ueberbleibfel der ehemaligen Verbindung 
fey, welches durch Zerren entftehe, ift gleichfalls aus 
mehrern Gründen unwahrfcheiniich. 
|) Ein nothwendiges Ueberbleibfel kann er nicht 
feyn, indem fonft alle mit einer Nabelblafe verfehenen 
Thiere einen Blinddarm haben miifsten, und diefer nur 
bei folchen Vorkommen könnte, die mit einer Nabelblafe 
verfehen find. Allein der Igel und Maulwurf haben eine 
beträchtliche, lange beftehende Nabelblafe und keinen 
Blinddarm ; mehrere Nager, namentlich z. B. das Ka¬ 
ninchen, das Meer/chweinchen, keine wahre Nabelblafe 
und einen fehr langen Blinddarm. Hieraus ergiebt fich 
alfo mit vieler Wahrfcheinlichkeit, dafs der Blinddarm 
nicht auf die von Oken angegebene Weife entfteht, die 
•überdies fchon das fehr Mechanifche der Erklärungsart 
gegen fich hat. Diefen Grund wird Oken hoffentlich 
•nicht durch feine Aeufserung „in einem Süugthiere 
fehle der Blinddarm nicht, weil er nicht ellenlang 
fey“ *) im Voraus entkräftet glauben, da es ihm fchwer 
fallen möchte, für die oben angeführten und mehrere 
andere Säugthiere auch nur einen Blinddarm von der 
Länge Linie nachzuweifen. 
i) Jenaer Lit. Zeit. a. a, Ö, S. 207.
        

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