Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bildungsgeschichte des Darmkanals der Säugthiere und namentlich des Menschen
Person:
Meckel, J. F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14076/12/
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fondera auch ich fie bei wenigftens zwanzig' völlig 
normal gebildeten Embryonen aus den frühem Schwan- 
gerfchaftsperioden auf das deutlichfte fahe. 
Außerhalb des Unterleibes liegt auch der übrige Dünndarm und 
1 der gröfste Tbeil des dicken Darmes. Nur der letzte Theil 
von diefem tritt zurück, und fteigt auf dem Heiligbeine zum 
After herab. Dicker und dünner Darm haben völlig gleiche 
v Weite und der ganze Darmkanal wird durch diefelbe Membran, 
das Gekröfe, befeftigt, welches unmittelbar Unter dem Magen 
’ von der Wirbelfäule abgeht. Meiftens findet lieh jetzt noch 
keine Spur von Milz und Netz. Die Bruft ift fehr eng, die 
weißen Lungen find in Lappen und Läppchen abgetheilt, die 
alle von einem äufserft zarten und durchfichtigen Schleimge- 
webe umgehen find. 
Das Nabelbläschen ift jetzt bisweilen äufserft grofs, wäh¬ 
rend vom Unterleibe faft keine Spur vorhanden ift, fo dafs es 
deffen Stelle vertritt, und die Gedärme nebft dem Gekröfe, blofs 
von einer fehr dünnen Membran bedeckt, einfchliefst. Unter 
Teinem mittlern Theile verlaufen immer, in eine zarte Gallert 
eingefenkt, die beiden Nabelpulsadem. 
Das Nabelbläschen nimmt daher verfchiedne ^Gehalten an, 
indem es zuerft nackt ift, die Därme oder einige Einge¬ 
weide enthält, fo dafs Haut und Muskeln fehlen, dann fich mit 
Haut bedeckt, wo fich dann ein Weg durch die Bauchmuskeln 
bildet, der einen Bruch darftellt, endlich fich weiter ausdehnt, 
und als grofse Blafe zwEchen den Nabelgefäßen erfeheint. 
Aus dem bisher über den Zuftaiid der Nabelgegend beim 
Embryo Gefagten ergiebt fich deutlich, dafs die befchriehene 
Bildung nicht zufällig oder monftrös ift, weil fie bei allen 
Embryonen bis in den dritten Schwangerfchaftsmonat vor¬ 
kommt. Auch kann fie theils deshalb, theils, weil die Em¬ 
bryonen, wo fie beobachtet wurde, ohne die geringfte Ver¬ 
letzung abgegangen waren, nicht für krankhaft gehalten wer¬ 
den. Jene Nabelöffnung ift alfo durchaus regelmä'fsig beim 
frühen Embryo, durch fie tritt regelmäßig das Bauchfell 
hervor, und umhüllt den vorliegenden Darm und meiftens auch 
einige Eingeweide. 
Diele Bildung ift der, welche einige berühmte Männer beim 
Hühnchen beobachteten, nicht unähnlich. 
Aus den Beobachtungen von Malpighi, Haller und mei¬ 
nen eignen über das Hühnchen (welche der Verf. genau at
        

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