Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen und Versuche über den Eiter: Aus den Philosoph. Transact., 1810, Th. II, S. 294-317
Person:
Pearson, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14039/16/
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12) Die Conilftenz des Eiters hängt nicht blofs 
von dem Verhähnifs des Serum und der undurchfichtigen 
Subftanz, fondern wahrfcheinlich auch von dem Zuftande 
und der Art der Gerinnung der Subftanz ab, weiche 
diefer undurchüchtige Theil liefert, auf ähnliche Weife 
wie die verfchiednen Grade der Conhftenz des geron¬ 
nenen Blutes durch die verfchiednen Zuftande des Orga¬ 
nismus bedingt werden. 
Nach diefen Sätzen läfst fich meiner Ueberzeugung 
nach der Begriff des Eiters beftimmt fixiren, ohne die 
frühem Unterfuchungen zu berückfichtigen. Wenige 
leichte Verbuche, die finnlichen Eigenfchaften, die Be- 
rückfichtigung der Quelle der zu unterfuchenden Sub¬ 
ftanz , wenn diefe nur rein ift, werden hinreichen zu 
beftimmen, was Eiter ift und ni-cht ift. Da bekanntlich 
bei Lungenkrankheiten Ungewifsheit entfteht, und die 
Aerzte auf die Befchaffenheit des Auswurfs viel Gewicht 
legen, fo werde ich durch Bemerkungen über den eiter¬ 
ähnlichen Auswurf unter verfchiednen Bedingungen den 
Gegenftand näher zu erläutern buchen. 
1) Ein durch akute Entzündung, nicht blofs bei Pleu¬ 
ritis und Pneumonie, fondern andern Krankheiten, deren 
Symptome ffch auf keine der bis jetzt bekannten zurück¬ 
führen laffen, entftandner Abfcefs. Hier kann kein 
Zweifel entftehen, denn die beim Berften des Abfeeffes 
plötzlich und reichlich aufgeliuftete Subftanz ift deutlich 
Eiter mit'wenig Schleim. Diefe Subftanz befteht aus den 
wefentlichen Beftandtheilen des Eiters (VU. I.), oft auch 
den zufälligen Subftanzen (VII. 2. 3. 4.), namentlich ge¬ 
ronnener Lymphe, Häuten und faferigen Tlieilen, und 
einer geringen Menge rothen Blutes. 
2) Eiteriger Auswurf von zerriffenen Abfceffen oder 
Lungengefchwüren vereiterter Knoten. Hier war ein 
chronifcher Hüften mit zähem Auswurf, wenigftens bei 
bejahrten Perfonen, zugegen. Lange nachher tritt ein 
von dem vorigen ganz verfchiedner Auswurf ein, woran 
der Kranke oft fchnell, bisweilen augenblicklich, völlig 
dadurch aufgerieben, ftirbt. Diefe Flüihgkeit befteht 
deutlich aus den wefentlichen Beftandtheilen des Eiters 
(VIL I.) und aufser den zufälligen auch aus Maffen , dia 
offenbar zerftörte feite Theile, Zellgewebe, Gefäfser
        

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