Bauhaus-Universität Weimar

feyen? Doch Beweisführungen diefer Art kommen jetzt 
glicht mehr in den Schriften der Chemiker und Minera¬ 
logen, fondern nur in denen der Aerzte cor, worüber 
wir uns denn nicht befonders zu freuen Uriach haben 
Wenn Creve (a. a. O. S. n.) nach der hier geprüf¬ 
ten Beweisführung noch die Erfoheinung, dafs die Ab- 
fonderung der Galle aus dem Blute der Pfortader und 
nicht aus dem der Leberfchlagader gefchebe, aus dem 
von ihm angenommenen Kohlenftoffreichthum jenes el¬ 
fteren Blutes zu erklären fucht, fo kann cliefe Erklä¬ 
rung wenigftens nicht als ein Beweis für feine Anficht 
des Athmens gelten. Denn die Annahme des Kohlen- 
ftoffreichthums im Pfortaderblute beruht ja, aufser auf 
der Farbe diefes Bluts, blofs auf der Vorausfetzung, dafs 
das Vorwalten eines Stoffes in einer abgefonderten Fliif- 
figkeit mit Sicherheit auf das Vorwalten des nämlichen 
Stoffes in dem zur Abfonderung diefer Fliiffigkeit be- 
ftimmten Blu te lcbliefsen lalle, welcher Vorausfetzung je¬ 
doch fo wohl die Abfonderung in den Nieren als die auf der 
Hautoberfläche beim Schweilse, wo aus dem fielt alkalifch 
verhaltenden Blute Flüffigkeifcen mit freier Säure aiwe- 
fondert werden, entgegen feyn dürften. ChemifcheThat« 
fachen für den Kohlenftoffreichthum des Pfortaderblutes 
führt Creve nicht an; der Schlafs: weil dasfchwarze 
Aderblut fchon fo kohlenftofrreich ift, fo ntufs das noch 
fchwärzere Blut der Pfortader es noch mehr feyn, wäre 
aber unftreitig nicht fehr bündig, weil eben der Vorder- 
fatz noch in Anfrage fteht. Die von Creve der Milz 
zugefchriebene „vorzügliche und bisher noch unbe¬ 
kannte Fertigkeit, den Kohlenftoff im Blute zur Aus- 
fcheidung disponibler zu machen« ift von ihm ebenfalls 
blofs vorausgefetzt, und nach dem, was zwei fo tüch¬ 
tige Kenner des thierifchen Körpers, wie Bichat *) und 
0 Allgemeine Anatomie; Bd. i. Abtli, 3, S. 306.
        

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