Bauhaus-Universität Weimar

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mel fi ch fchon während des Lehens gebildet habe, in dem 
Mayerfchen Falle blofs der Grund entgegen, dafs ein io 
freier Zutritt der Luft, wie er während des Lehens in den 
Bronchien angenommen werden kann, der Erzeugung 
von Schimmel fonft eher hinderlich zu feyn fcheint, die 
mehr bei einer Zerfetzung von thierifchen und vegetabi- 
lifchen. Stoffen in einem eingefchränkten Lufträume er¬ 
folgt. In diefer Rücklicht gölte jene Annahme felblt noch 
eher in dem von mir beobachteten Falle, indem der Ein¬ 
tritt der Luft in jene Säcke, die doch wohl nichts anders 
als degenerirte Luftfäcke waren, durch die Degeneration 
felbft befchränkt war, während zugleich eine Zerfetzung 
auf ihrer innern Oberfläche begonnen hatte. Diefe 
krankhafte Veränderung der Luftfäcke fcheint mir übri¬ 
gens noch infofern merkwürdig, als fie lieh befonders 
durch die im Mayer'fchen Falle beobachtete Degeneration 
der Lungen an die krankhaften Veränderungen der 
Lungen und anderer dröligen Organe anreiht , die bei 
in der Gefangenfchaft gehaltenen Thieren fo gewöhnlich 
find. 
XI. Vom Pulfe. Vom Profeffor J. DöIImger. 
Als ich vor einigen Jahren zufällig eine Wafferlei- 
tung hefuchte , bemerkte ich , dafs man an den ziemlich 
dicken bleiernen Röhren, in welchen das Waffer durch 
Pumpen nach der Höhe getrieben wurde, einen deutli¬ 
chen , dem Pulfe der Arterien überaus ähnlichen Anftofs 
beim Anfaffen derfelben wahrnehme, fo oft durch den 
Stofs der Pumpe eine Wafferwelle eingetrieben wird. Da 
die Röhren fehr ficher hefeftiget find, da man an ihnen 
gar kein Erzittern wahrnimmt, dadas, was man fühlt, 
durchaus der Eindruck einer wellenförmigen Bewegung 
ift, fo konnte ich von dem Anftofse des Stempels der 
Pumpe den wahr genommenen Eindruck auf die fühlende 
Hand nicht ableiten •, und fogleich fiel mir der Pulsfchlag 
ein, um fo mehr, da ich immer bei Vivifectionen die Ar¬ 
terien unbeweglich gefehen hatte. Meine Sorge war nun,
        

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