Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche, um den Grund der Bewegung des Herzens und das Verhältnis zwischen diesem und dem Nervensystem auszumitteln: Aus den phil. Transact., 1815, P. 1, S. 65-97, P. 2, S. 224-246
Person:
Philipps, Wilson
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14025/27/
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ven zeigt in der That, dafs das ganze Nervenfyltem auf 
das Herz einfliefst, nicht aber irgend ein befondrer Theil, 
ein Umftand, der mit dem Refultat der obigen Verfuche 
übereinftimmt. 
Aus denfelben Thatfachen erklären wir, weshalb 
das Herz vom Nervenfyftem aus noch erregt wird , nach¬ 
dem die Kraft des letztem fo gefunken ift, dafs die will- 
kührlichen Muskeln nicht mehr auf Reize, die aufdaffelbe 
wirken, in Thätigkeit gerathen. Da diele nur Reizen 
gehorchen, welche auf einzelne Theile wirken, fo kann 
die dadurch in einem folchen hervorgebrachte Verände¬ 
rung, wenn fie felbft nicht ftark genug ift, keine Wir¬ 
kung hervorbringen, weil lie durch keine andre unter- 
ftützt wird. So weifs ich aus Verfuchen, dafs ein, das 
ganze Gehirn treffender, aber daffelbe nicht befonders 
verletzender Schlag eine verhältnifsmäfsig weit geringere 
Wirkung auf die Muskeln hervorbringt, weil kein einzel¬ 
ner Theil beträchtlich leidet, wenn gleich das, die Summe 
aller Eindrücke empfindende Herz dadurch bedeutend an¬ 
gegriffen wird. Das Nervenfyftem kann alfo fo erfchöpft 
feyn, dafs es nicht mehr in die zur Bewegung der will- 
kührlichen Muskeln erforderliche Thätigkeit geräth, 
und doch noch fähig, in die zu treten, welche dasHerz 
erregt. 
Aus den erzählten Verfuchen ergiebt lieh , dafs auf 
das Herz von einem jeden Theile des Nervenfyftems aus 
eingewirkt wird, und aus der erften Abhandlung, dafs 
der Darmkanal höchftwahrfcheinlieh denfelben Gefetzen 
als das Herz folgt. Aus der Betrachtung der Lage der Ner¬ 
venknoten und einer Zufammenftellung der Refultate 
aller obigen Verfuche find wir wohl zu dem Schluffe ge- 
nöthigt, dafs fie die Function haben, die Kraft der 
verfchiednen Theile des Nervenfyftems, von wel¬ 
chen fie Nerven erhalten, zu vereinigen und Nerven 
abzufenden, welche mit der vereinigten Thätigkeit 
diefer Theile verfehen find. Ohne ein Mittel diefer 
Art wäre es unerklärlich, wie auf irgend ein Organ 
von allen Theilen des Nervenfyftems aus gewirkt werden 
könnte, indem wir wiffen, dafs keines von allen aus 
mit Nerven verfehen wird. Folgendes fcheint die Lage 
der Sache. Einige Theile werden von allen, andre nur
        

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