Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chemische Untersuchungen des Blutes und einiger andern thierischen Flüssigkeiten: Der Gesellschaft zur Beförderung der thierischen Chemie, und durch diese der königlichen Gesellschaft zu London mitgetheilt. Aus den Philosoph. Transct. von 1812
Person:
Brande, W. Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14020/20/
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felir beftätigt, kommen mit der Meinung von TV ells'') 
über die eigenthümliche Na/ur des färbenden Bluttheils über¬ 
ein, und unterftützen die dort angeführten Gründe a). 
Dafs die färbende Subftanz des Blutes vom Eilen, 
völlig unabhängig ift, ergieht fielt, meiner Meinung nach, 
hinlänglich aus ihren allgemeinen chemifchen Eigen- 
fchaften, und wahrfcheinlich wird lie in der Färberkunft 
nützlicher werden, als man bisher glaubte, da weder 
Alkalien noch Säuren (die Salpeterfäure ausgenommen) ihre 
Farbe befonders abändern. Die Leichtigkeit, womit ihre 
Flecken von Subftanzen weggebracht werden, auf welche 
kein Beizmittel angebracht worden ift, febeint fie für 
den Kattundrucker felir zweckmäfsig zu machen. Ich 
habe diefe Verfuche nicht weiter ausgedehnt und nicht 
oft genug wiederholt, um über die allgemeine Anwend¬ 
barkeit diefer Subftanz in den Künften ein Unheil 
fällen zu können, weil ich dadurch in ein zu weites und 
nicht unmittelbar mit den Zwecken der Gefellfchaft in 
Verbindung Behendes Feld gerathenfeyn würde; indeffen 
ift der Gegenftand offenbar wichiig. 
Merkwürdig ift es, dafs die Armenifchen Färber zu 
Bereitung ihres fchönften und dauerhafteften Roth lieh 
des Blutes in Verbindung mit der Färberöthe bedienen 3), 
und dafs es fogar als ein nothwendiger Zufatz , um die 
Farbe dauerhaft zu machen, gefunden worden ift. Schon 
hieraus könnte man fchliefsen, dafs das Eifen nicht als 
färbendes Princip im Blute vorhanden ift, fofern die Eifen- 
verbindungen die Färberöthe grau und fchwarz machen. 
Während meiner Unterfuchungen über die rothe Far¬ 
be des Blutes erhielt ich von Herrn Money, Wundarzt am 
allgemeinen Hospital zu Northampton, etwas Menftruations- 
blut, das von einer Frau, die am Gebärmuttervorfall litt, 
gefammelt, mithin von jeder andern abgefonderten Fliif- 
iigkeit völlig frei war. Es hatte die Eigonfchaften einer 
felir concentrirten Auflöfung des färbenden Bluttheils in 
Blutwaffer, und gab eine vortreffliche Gelegenheit, dis 
1) Phil, transact. 1797. 
2) S. auch diefes Archiv Bd. J. Hft. I. 
3) Tooke's Ruffian Empire. Vol. IIL p. 497*
        

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