Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Organe der Einsaugung in den Säugethieren: Vorgelesen im Pariser Institut 1809
Person:
Magendie Delille
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14016/3/
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kannte die Urfache dieTer Verfcbiedenheit nicht. Herr 
Dupuytren hat lie durch feine Verfuche fehr genügend 
ausgeinittelt. Bei den Thieren , die fünf bis fechs Tage 
nach Unterbindung des Milchbruftganges ftarben, konnte 
er durchaus niemals eine Einfpriizung durch denfelben in 
dieSchlüffeipulsader treiben, und wahrfcheinlich hörte der 
Eintritt des Chylus unmittelbar nach der Unterbindung auf. 
Bei den überlebenden Thieren dagegen konnte immer 
fehr leicht durch die vielen zwifchen demAlilchbruftgange 
und der Schlüffelpulsader in den beiden Mittelfellen be¬ 
findlichen Anaftomofen, eine Einfpritzung in die Schlüf¬ 
felpulsader gebracht werden. Ich habe fei lift mit Herrn 
Dupuytren ein Pferd geöffnet, bei welchem fechs Wochen 
vorher der Milchbruftgang unterbunden worden war, 
und mich leicht von der Anwefenheit diefer Wege über¬ 
zeugt. 
Meine, gröfstentheils mit Herrn Delille über diefen 
Gegenftand angeftellten Verfuche find folgende: 
Ein Umftand, der immer die Verfuche über die 
Einfaugung in einiges Dunkel gehüllt hat, ift die Schwie¬ 
rigkeit, mit Gewifsheit nachzuweifen, dafs die aufge- 
nommnen Suhftanzen wirklich in fl a • Lymphfyftem oder 
das Blutfyftem gelangt find. Bei Anwendung des Upas 
und der Nux vomica haben wir diefe Unannehmlichkeit 
nicht zu fürchten, indem einige Atome diefer Subftanzen 
unbezweiielbare Wirkungen hervorbringen. 
Die erfte zu löfende Frage war die, ob Unterbin¬ 
dung des Milchbruftganges den Eintritt diefes Giftes in 
das Blutfyftem, mithin feine Einwirkung aul das Rücken¬ 
mark hindern würde. 
Bei einem Hunde wurde der Milchbruftgang kurz 
vor feinem Eintritte in die linke Schlüffelpulsader unter¬ 
bunden, und darauf eine Aufiöfung von Upas in die 
Höhle d es Bauchfelles gebracht. Die Wirkung war fo 
fcbnell und deutlich, als wenn der Milchbruftgang nicht 
unterbunden gewefen wäre. Bei andern Verfuchen der- 
felben Art, wurde nun die Stelle geändert, an welcher 
das Gift angebracht wurde, und ftatt jener die Bruft- 
höhle, der Magen, der Darmkanal, die Obeifchenkel- 
lxraskeln u. f. w. gewählt; immer waren lie aber von 
demfelben Erfolge begleitet.
        

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