Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Ursachen der Luftveränderung in den Lungen des Menschen und der höhern Tiere
Person:
Nasse, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14014/21/
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von c!er Athmungsfiäche kommende Blut in jener Bezie¬ 
hung als der blofseUeberbringer deffen, was ihm aus der 
geathmeten Luft übergeben Wörden; und io wie die 
Schlagadern fich für das Gefehäftder Ernährung als Fort¬ 
fetzungen der Miicligefäfse des Darmkanals betrachten 
Jaffen, fo ftellen fie lieh uns für das des Athmens, einer 
Anfic.ht früherer Zeit entfprechend, als Fortfetzungen 
der Luftröhrenäfte dar, nur mit dem Unterfchiede, dafs 
Luftröhrenäfte und Schlagadern den aufgenommenen 
Athmungsftoff in verfchiedener Geftalt, jene ihn luft¬ 
förmig, diefe ihn an eine tropfbare Flüffigkeit gebun¬ 
den, enthalten. 
Indefs, wie entfcheiclend jener Verein von That- 
fachen auch für diefe letzte An ficht des Athmungs Vor¬ 
gangs fpricht, es mufs diefe Anficht ohne Zweifel noch 
fefter und umfaffender begründet werden, bevor für 
diefelbe, als für die allein richtige, ein allgemein- 
günftiges Urtheil gewonnen werden kann. Bekanntlich 
hat man gegen die Lehre vom Eintritt des Sauerftoffs 
ins Blut verfchiedene Einwürfe erhoben; man hat die 
Luftdichtheit der fogenannten Lungenzellen , die Un¬ 
möglichkeit, dafs durch die Gefäfswiinde Stoffe zu¬ 
gleich ein- und austreten, und mehreres Andere der- 
felben entgegengeftellt. Betrachten wir denn zunächft 
diefe und andere Ein würfe etwas näher, oh fie uns viel¬ 
leicht gegen die Richtigkeit der aus den oben angeführ¬ 
ten Thatfachen hervorgehenden Folgerung irgend er¬ 
hebliche Zweifel erregen können. 
I ") Brandis*'), Walther 2 3) und Sprengel5), haben 
behauptet, es könne aus der Luft kein Stoff ins Blut 
ï) A. a. O. S. 319. 
s) Phyfiologie des Menfchen; Bd. S, 139 uni 143. 
3) L, c, p. S9.
        

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