Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vom Athmungsbedürfniß des Körpers zum Behuf der Geistesthätigkeit
Person:
Nasse, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit13991/24/
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der Luft 0,05 Sauerftoffgas raubte, und ihr eben fo viel 
kohlenfaures Gas ihilth eilte, von zwei Nervenfieber- 
k ranken, welche an Schlaftrunkenheit, Irrereden und 
einer bei beiden drei Tage darauf in den Tod überge¬ 
henden allgemeinen Schwäche der Lebenskraft litten, 
der eine der einmal geathmeten Luft nur 0,025 Sauer¬ 
ftoffgas entzog, mit eben fo vielem kohlenfauren Gas 
fie verunreinigend, der andere bei einem Sauer- 
ftoffgasverbraucK von 0,0275 gar nur 0,02 kohlen¬ 
faures Gas ausàthmete, während zugleich jeder von 
beiden Kranke« auch weniger Luft durch die Lungen 
führte, als ein Gefunder in einem gleichen Zeiträume. 
Den Grund diefes verminderten Athmens in Prouts 
itnd Nyftens Beobachtungen müi’fen wir nun aber un* 
ftreltig blofs in der verminderten Körperthätigkeit der 
Perfonen fucheri, an welchen diefelben angeftellt wur¬ 
den, da die Verfuche von Allen und Pepys die näm¬ 
liche Erfcheinung zeigten; oder verbraucht etwa die 
Geiftesthätigkeit wachender Meerfchweinchen mehr 
Athmiingseinflufs, als die von fchläfrigen? 
Zum Schlufs bemerke ich hier noch, dafs wenn 
Bartels 1 ) fagt, im magnetifchen Schlafe werde das 
Athémholen „ der verftärkten Hirnaction entfprechend,£( 
tiefer und fehr vernehmlich, aber zugleich leichter 
und freier, meine Beobachtung mir fo etwas in dem 
durch Magnetifiren erzeugten Schlafwachen, welches 
jener Schriftfteller doch unter dem magnetifchen 
Schlafe zu verfteben fcheint, nicht gezeigt hat. Wo¬ 
her wiffen wir denn, dafs in jenem Zuftande gracie ver* 
ftärkte Hirnthätigkeit vorhanden fey? Wie der Schlufs, 
der vermehrten Geiftesthätigkeit müffe ein gefteigertes 
Athmen entfprechen, falfch feyri.würde, fcheinen die 
im Vorigen angeführten Thatfachen fehr wahrfcheinlich 
0 A. », O. S. 45*
        

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