Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Interferenz des retardirenden und beschleunigenden Herznerven
Person:
Bowditch, Henry P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1399/15/
209] Übku i>. Intkrfkhknz d. hltähd.u. besciileiin. IlunzM'.iiVKN. 273 
Klare zu kommen, genügte es, den minimalen Reiz des n. vagus 
aufzusuchen und ihn einmal für sich und dann gleichzeitig mit 
dem maximalen auf den n. accélérons anzuwenden. 
Als ich nach diesem Plano meine Versuche wciterfUhrle, 
traten mir sehr häufig Erfolge entgegen, die dem ähnlich sind, 
welcher auf Eig. 2 Taf. I. dargcstelll ist; die Figur ist nach 
einem Original durchgepausst; durch die an ihr niedergeschrie¬ 
benen Ausweise wird jede weitere Erklärung überflüssig. Unter 
der facsimilirlen findet sich die conslruirle Uäufigkeilslinie. 
Aus dieser graphischen Darstellung geht auf das überzeugendste 
hervor, dass die Wirkungen der sehr schwachen Reizung des 
n. vagus auch dann in vollem Umfange hcrvorlrclen, wenn 
gleichzeitig das Herz durch den erregten n. accolerons zu der 
raschesten Schlagfolge veranlasst ist, denn es ist die Länge der 
Pausen, welche die Vagusreizung auf dem Gipfel der Beschleu- 
nigungscurve bedingt, sogar noch um ein Merkliches bedeuten¬ 
der als die, welche von denselben Induclionsschlägen bewirkt 
ist, die vor und nach jener Reizung den Nerven letanisirten. — 
Da ich nun an zehn Versuchstieren, d. h. an allen, die ich benutzte, 
Aehnliches gefunden, so unterliegt es keinem Zweifel, dass eine 
sehr schwache Vagusreizung genügt, um die Aeusserungcn einer 
maximalen des n. accélérons vollkommen zu unterdrücken. 
Träte nun das eben geschilderte Vorkommen ausnahmslos 
ein, so würde man zu der Annahme berechtigt sein, dass das 
Herz nichts an seiner Empfindlichkeit für die Erregung durch 
den n. vagus verloren habe, wenn es durch den n. accélérons 
in beschleunigte Pulsation gebracht ist. — Zu diesem ab¬ 
schliessenden Aussprüche berechtigen aber meine Beobachtungen 
keineswegs. Denn eben so oft, wie der in Taf. I Fig. II dargestellle 
Fall, tritt auch der in Taf. 1 Fig. Ill wiedergegebene auf, und zwar 
finden sich, wie ich besonders hervorheben muss, die Wider¬ 
sprüche in der Regel bei verschiedenen Reizungsperioden an 
demselben Thiere wieder. — So ist denn auch die Fig. Ill von 
demselben Hunde aufgeschrieben worden, welcher die Fig. II 
geliefert hatte und zwar nur wenige Minuten nach ihr. 
Unterwirft man die Fig. III einer Zergliederung, so bemerkI 
mau, dass in zwei hinleroinnndorfolgonden gleichzeitigen Bei¬ 
zungen des Vagus (minimal) und des Accélérons (maximal) die 
Wirkung des ersleren durchaus zurück-, und die des letztem 
in voller Stärke hervorlrill. Dazu kommt, dass die in Beizung I 
deutlich ausgesprochene Vaguswirkung nicht Idos in Beizung 2, also
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.