Bauhaus-Universität Weimar

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Offenbar war diefe Sammlung von Bälgen nichts 
als der rechte Eierftock, von dem fich aufserdem keine 
Spur fand. Der linke war völlig normal. 
Die Gebärmutter hatte völlig die Geftalt uncl 
Gröfse einer jungfräulichen. Daffelbe Anfehn hatte 
der Muttermund und die gerunzelte Scheide. Da¬ 
gegen war die Scheidenklappe zerftört und durch die 
myrthenförmigen Warzen erfetzt. 
Aufserdem war die Perfon feit länger als zwan- 
zig Jahren auf beiden Augen blind, und feit noch 
längerer Zeit in einem, halbblödßnnigen Zuftande ge- 
wefen. 
Da mich fchon feit langer Zeit das Vorkommen 
von Haaren und Zähnen im Eierftocke lebhaft inte¬ 
ndin't hatte, fo war mir diefer Fund im hohen Grade 
erfreulich, dies um fo mehr, da ich in meiner Samm¬ 
lung zwar fchon vier Fälle von Fett-und Haarbil¬ 
dung, noch keinen aber von Zahnbildung in cliefem 
Organ hatte. Das ganze Gefchleehts - und Harn fyItem 
wurde daher fogleiçh zweckmäfsig in Weingeilt auf- 
geftellt, um alle Bedingungen des merkwürdigen Fal¬ 
les deutlich darfellgn zu könnenund nicht durch 
das blofse Auf bewahren der Knochen, Zähne und 
Haare nur ein höchft dürftiges Bild, deffen wichtigfte 
Züge, die Angabe der Stelle, das Ortsverhältnifs der 
vérfchiedeneh Bildungen zu einander, immer durch 
mündliche Zufätze gegeben werden müffen, zu erhalten. 
Zugleich aber zog mich der felbftgefunclene Fall 
von Neuem lebhaft zu dem fchon lange mit befonde- 
rer Vorliebe betrachteten Gegenftande und veranlafsta
        

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