Bauhaus-Universität Weimar

dem bisherigen, dafs fie fich fehr ähnlich find. Jene 
Merkmale und Trennungsmittel beruhen blofs auf 
einem quantitativen Unterfchied, denn mit Hülfe de£ 
Wärme und mit der Länge der Zeit löft fich auch 
der geronnene Faferftoff in concentrirter Salzfäure 
auf, aber eben die Beftimnjung der quantitativen Ver- 
fchiedenheiten ift in der Chemie der thierifchen Kör* 
per von der gröfsten Wichtigkeit, denn alle thierifche 
Materien ftellen beinahe nur verfchiedene Modjfica- 
tionen einer Materie dar ; jene drei kommen! jedoch 
zunächft unter fich, und vielleicht noch mit allen 
denen, die unter dem Namen des Eiweifsftoffs und 
des Faferftoffs anderer Organe Vorkommen, überein. 
Sie befitzen in der That noch gemeinfchaftliche Eigen- 
Ichaften, die man bisher nicht kannte. 
Der Faferftoff wie der Eiweifsftoff gerinnt von 
allen Säuren, fällt den Gallapfelaufgufs und metalli- 
fche Salze, z. B. effigfaures Blei, falzfaures Queckfil- 
ber, fchwefelfaures Silber. Da aber einige Säuren, 
wieEffigfäure, Phosphorfäure Und Weinfteinfäure, fchon 
in geringer Menge das Geronnene wieder auflöfen, fo 
darf man oft äufserft wenig von der Säure zufetzen, 
um das Gerinnen zu bemerken. Wenn man in die auf 
obige Weife bereiteten gefättigten wäfferigten Auflöfun¬ 
gen des Faferftoffs und Eiweifsftoffs trocknes, mit Effig- 
fäure oder irgend einer andern Säure geröthetes Lac- 
muspapier eintaucht, fo wird man weifse Wolken ent- 
ftehen fehen. Zwanzig Tropfen der Faferftoffauflö- 
fung gerannen von einem eines Stecknadelknopfs gro- 
fsen Stückchen Löfchpapier, das in concentrirte Effig-
        

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