Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Zustand des Blutstroms nach Unterbindung der Pfortader
Person:
Tappeiner, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1392/44/
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Du. II. Tai'I'kinku, 
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durcli jo ein Ligalursläbchcn geschlungen, so dass zu jeder be¬ 
liebigen Zeit die C.cfiisso geschlossen und wieder goöfl'nct werden 
können. Hierauf werden, naclidetn vorgängig die Unterlcibs- 
wundc sorgfältig vernäht und die hcrvorslchcnden Untcrbin- 
dungsstäbchen in passender Lage befestigt sind, die CanUlon 
in die beiden Carotidcn eingesetzt, wobei die beiden n. vagi 
durchschnitten werden. 1st Alles dieses geschehen und hat man 
die Absicht, den ersten der beiden Versuche bei bestehender 
l’forladerunlcrbindung vorzunehmen, so lässt man durch das 
rcgislrircnde Manometer zuerst den arteriellen Druck noliren, 
dann zieht man die Schlinge um die Pfortader zu. Nachdem 
diese Unterbindung je nach der Geschwindigkeit, mit welcher 
der arterielle Druck absinkt, eine halbe bis zwei Minuten ge¬ 
dauert hat, wird auch der um die Aorta gelegte Faden zuge- 
schnürt; sowie in Folge hiervon der arterielle Druck sein Maxi¬ 
mum erreicht hat, setzt man plötzlich die a. carotis, aus welcher 
die Blutung geschehen soll, mit der Kugel c in Verbindung. 
Nachdem die Verblutung die gewünschte Zeit hindurch ange¬ 
dauert, wird rasch die Klemme g geschlossen, die Ligatur um 
jedes der beiden Gefässe gelöst und nun in der früher beschrie¬ 
benen Weise das Blut aus der Kugel allmählig wieder in die Ar¬ 
terie zurUckgeführl. Nach Beendigung dieses ersten Thciles der 
Beobachtung werden die beiden Carotidcn mit je einem federn¬ 
den Pinceltchen zugeklemml und die Kugel samnit ihrem Fort¬ 
satz ba durch eingesaugtes und wieder ausgeslossenes Wasser 
unter Zuhilfenahme des Gefusses f sorgfältig gereinigt und das 
Vcrblulungsmanomclor wieder auf die frühere Abscisse ge¬ 
bracht, indem man das 11g. aus der Ooiïhung bei k aldiisst. 
Wenn hierauf der Apparat wieder genau in den Stand gebracht 
ist, in welchem er sich vor Beginn des Versuchs befand, so kann 
nun der zweite Thcil der Beobachtung seinen Anfang nehmen, 
bei welchem nur die Aorta verschlossen wird, die Pfortader 
aber ollen bleibt. 
Der Zeitraum, während dessen die Verblutung slaltlindet, 
kann entweder so lang gewählt werden, bis überhaupt kein 
Blut mehr hervordringt, oder, was für die meisten Fälle günstig 
ist, nur bis zu einer Dauer von 2"> bis zu 30 Sccunden. Da in 
dieser kürzeren Zeit der grösste Thcil des Blutes, der auf diesem 
Wege gewonnen werden kann, auslliessl, so ist mit ihr der ge¬ 
stellten Aufgabe genügt. Zugleich aber gewährt sie noch die
        

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