Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Specialitäten physiologischer Apparate: Preliminary catalog
Person:
Rothe, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit13702/13/
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Die Marey'sehen Trommeln sind von sehr geringem Durch¬ 
messer (3,5 Cm.) und mit sehr dünnen Kaoutschukmembranen 
überzogen, um ihre Empfindlichkeit zu steigern. Die gröbere 
Einstellung ihrer (10 Cm. langen) Schreibhebel erfolgt durch 
Bewegung an und um einen senkrecht stehenden Stab, die 
feinere Einstellung zum rotirenden Cylinder durch die Schraube G. 
Ausserdem kann die Stellung des Schreibhebels zur Horizontalen 
durch die Schraube II regulirt werden. Das Abzugsrohr der 
Trommel ist mit einem Hahne J versehen, der dazu dient, die 
Spannung der in der Trommel eingeschlossenen Luft zu regeln. 
Bei tiefer Respiration oder ungewöhnlich starkem Herz- 
stoss kann man die zur gleichzeitigen Verzeichnung zweier 
Curven nöthige Verkleinerung derselben, ohne die Treue der 
Curven zu beeinträchtigen, dadurch erlangen, dass man das Ab¬ 
zugsrohr durch einen Kaoutschukschlauch mit einer zum Theil 
mit Wasser gefüllten Glasflasche verbindet, die durch einen von 
einer Glasröhre durchsetzten Kaoutschukstöpsel abgeschlossen ist 
Man erweitert hiedurch gewissermassen den Luftraum der Trommel, 
und zwar je nach dem Stande des Wasserspiegels in der Flasche 
bald mehr bald weniger ausgiebig. 
Der rotirende Cylinder besitzt einen Umfang von 30 und 
eine Höhe von 7 Cm. und vollbringt, durch das zugehörige Uhr¬ 
werk getrieben, eine Umdrehung in beiläufig 50 Secunden. Bei 
K findet sich eine Handhabe zum Aufziehen des Uhrwerkes und 
bei L eine Auslösung desselben. 
Der flaschenförmig geformte elastische Sack A auf Figur 1 
dient zur Aufnahme der Athembewegungen, und wird in der 
Oberbauchgegend um den Leib geschnallt. — Bei der Athem- 
bewegung erfährt derselbe eine der Erweiterung der Oberbauch¬ 
gegend adäquate Compression, die zu einer entsprechenden Ele¬ 
vation des Schreibhebels einer hiemit verbundenen Marey'sehen 
Trommel führt. Da diese Compression nicht nur durch die Be¬ 
wegung der unmittelbar an dem elastischen Sacke anliegenden 
Bauchfläche, sondern (durch das Riemenzeug übertragen) auch 
durch die Erweiterung der Hypochondrien erfolgt, so geben die 
Bewegungen des Schreibhebels unter diesen Verhältnissen die 
respiratorischen Volumsveränderungen einer beträchtlichen und 
bei den Athembewegungen ganz hervorragend betheiligten Parthie 
des Körpers wieder, was ein Vortheil gegenüber dem Sphygmo- 
graphen von Meurisse und Mathieu ist.
        

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