Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsubstanz und die Zellen der Hornhaut des Auges
Person:
Schweigger-Seidel, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1363/32/
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F. Schweigger-Seidel, 
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bar hin. Mit allen Hülfsmilteln, Essigsäure, Carmin, Haemato- 
xylin, Goldchlorid, Jodtinctur u. s. w., kann man zumeist nur 
einen Kern sichtbar machen, höchstens noch die Spuren einer 
krümlichen Masse, deren Vorhandensein gewiss bedeutungslos 
ist. Denn dass die Vacuolen in den Silberschichten nicht leer 
sind, ist klar und ebenso klar, dass in dem Inhalt unter Um¬ 
ständen z. B. durch Jodtinctur [Leber) ein Niederschlag erzeugt 
werden kann, aber — ein krümlicher Niederschlag ist doch 
noch kein Zellkörper. Ein ausgebildetes strahliges Körperchen 
in einer Silberlücke zu demonstriren, das ist die Aufgabe. 
Das Missverhältniss zwischen dem, was man erwarten 
sollte und dem, was man findet, ist auch mehrfach anerkannt, 
wenigstens hat man verschiedentlich nach einer allenfalls aus¬ 
reichenden Erklärung gesucht. Ich will die zum Theil sogar 
sonderbaren Gründe für das Freibleiben der Hornhaulkörper- 
chen bei der Durchtränkung der ganzen Haut mit den. Metall¬ 
salzen, nicht einzeln durchgehen , denn das Wunderbare liegt 
hierbei nicht sowohl darin, dass die Zellen sich von der Wir¬ 
kung der Metalle frei halten, als vielmehr darin, dass sie auch 
für nachfolgende Bemühungen verschwunden sind. In den 
Silber-, Kupfer- und Ebenbildern sind die Zellen spurlos ge¬ 
worden, trotz der Verschiedenheit der Stoffe, welche zur Dar¬ 
stellung derselben verwendet. Es bleibt scheinbar nichts weiter 
übrig, als anzunehmen, dass die Silberlösungen (auch die stärk¬ 
sten) in diesem Falle nicht nur ihre coagulirende Kraft einbüs- 
sen, sondern sogar eine Lösung der fraglichen Zellsubstanz be¬ 
wirken ! Das soeben Besprochene ist von grosser Wichtigkeit 
für die Frage nach der Zellnalur der strahligen Hornhautkörper¬ 
chen überhaupt. Ohne der weiteren Erörterung vorzugreifen, 
will ich desshalb hier nur noch den Satz aussprechen : Die 
Lücken in der versilberten Hornhaut erscheinen weiss, weil sie 
leer sind, d. h. weil sie keine Zellen einschliessen. 
In welchen Beziehungen stehen die injicirbaren Hornhaut- 
spalten zu den Silberlücken? Da beider Formen sich nur auf 
das Gröblichste entsprechen (vergl. Fig. 14 u. 20), so suchte 
man ein Aushülfemiltel in der »Dilatirbarkeil« der bei der Ver¬ 
silberung sichtbar werdenden Kanälchen, ohne dieselbe durch 
etwas Anderes, als durch die einfache Annahme zu beweisen. 
Ich kenne wenigstens keine andere Schlussfolgerung, von der 
man sich leiten liess als folgende: Die mit Injectionsmasse
        

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