Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Physiologie der Bauchspeichelabsonderung
Person:
Bernstein, Nathan O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1359/27/
122] Zur Physiologie der Bauchspeichelabsonderung. 27 
der Drüse zu überzeugen. Ich habe diesen Versuch noch nicht 
ausgeführt. 
III. Ueber die Wirkung des Curare auf die Bauch- 
speichelsecretion. 
Ich habe auch einige Versuche über die Wirkung des 
Pfedgiftes auf die Bauchspeichelsecretion angestellt. Der eigent¬ 
liche Zweck dieser Versuche War nicht sowohl die Wirkung 
dieses Giftes kennen zu lernen, als an curarisirten Thieren geeig¬ 
nete Subjecte für die Untersuchung verschiedner Nervenein¬ 
flüsse auf die Pankreassecretion zu gewinnen. Ich ging nämlich 
von der Thatsache aus, dass bei curarisirten Thieren die Spei¬ 
chel- und Urinsecretion gesteigert ist. Würde das Pfeilgift die¬ 
selbe Wirkung auf die Bauchspeichelsecretion ausüben, so hät¬ 
ten wir darin ein Mittel an ex tempore hergestellten Pankreas¬ 
fisteln die Secretionsschwankungen zu studiren. Dieser Zweck 
ist leider nicht erreicht wordeh, weil aus solchen Fisteln, so¬ 
wohl bei vergifteten als bei unvergifteten Thieren, immer nur 
ganz kleine Quantitäten Saftes erhalten werden. Doch machte 
sich in den meisten Versuchen ein Steigen der Absonderung in 
Folge der Vergiftung bemerkbar. 
Das Versuchsverfahren bestand darin, dass durch einen in 
der Mittellinie des Bauches geführten Schnitt Zwölffingerdarm 
und Pankreas hcrvorgeholt und in den untern Pankreasgang 
eine Caniile eingebunden wurde, deren freies Ende mit einer 
Glasröhre zur Aufnahme der Flüssigkeit in Verbindung stand. 
Die Eingeweide wurden dann reponirt, die Wunde zugenäht 
und von Zeit zu Zeit die Menge des abgesonderten Saftes vor 
und nach der Vergiftung an dem Röhrchen abgemessen. Ich 
theile hier diese Versuche mit: 
XI. Bei einem in der Verdauung begriffenen mittelgrossen 
Hunde wird in den Pankreasgang eine Canüle eingebunden. 
Nachdem im Verlaufe einer Stunde kein Saft in der Canüle er¬ 
scheint, wird der Hund mit Curare vergiftet und künstliche Re¬ 
spiration eingeleitel. Eine Viertelstunde darauf fängt die Flüs¬ 
sigkeit im Röhrchen merklich zu steigen an und zwar ;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.