Bauhaus-Universität Weimar

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Dk. Asp, 
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des Herzschlags eintrelen kann auch nach Durchschneidung der 
n. vagi; diese wird man also keinenfalls auf eine Veränderung 
in den Hirngefässen um die Wurzeln der n. vagi herum schie¬ 
ben können. Aehnliche Beobachtungen finden sich reichlich in 
dem Werke v. Bezolds. 
Der Zuwachs, welchen die Pulszahl nach Durchschneidung 
der n. vagi erlangt, ist allerdings in der Regel nicht beträcht¬ 
lich, aber da in Folge der Durchschneidung die Pulszahl schon 
an und für sich sehr hoch ist, so wiegt eine kleine Zunahme in 
Folge der Reizung um so schwerer, namentlich wenn er con¬ 
stant nach dor letztem auflritl. 
Versuche mit Reizung nach vorgängiger, Durchschneidung 
des letzten Hals- und obersten Brustganglion's habe ich, wie 
leicht ersichtlich, darum angestellt, um mir die Ueberzeugung 
zu verschaffen, ob eine rcüeclorische Erregung der von E. Cyon, 
v. Bezold und Bever nachgewiesenen beschleunigenden Herz¬ 
nerven die Ursache des häufigeren Pulsschlages war. Die Aus¬ 
rottung der Ganglien nahm ich ohne Oeffnung der Brusthöhle 
vom Halse aus vor; um die Versuchsreihen vor und nach der 
Ausrottung nicht durch einen zu grossen Zeitraum von einander 
zu trennen, um also die übrigen Bedingungen des Versuchs nicht 
allzu ungleich werden zu lassen, suchte ich vor der ersten Blut¬ 
druckmessung beiderseits das unterste Halsganglion auf. War 
die erste Blutdruckmessung beendigt, so konnte nun rasch an 
der Hand des biosgelegten Knotens das oberste Brustganglion 
aufgesucht und beide durchschnitten werden. Die Zergliede¬ 
rung nach dem Tode lehrte in wie weil die beabsichtigte Zer¬ 
störung gelungen war. 
Dieses Verfahren habe ich bei vier Thieren angewendel. 
An zweien von diesen hatte dieNervenreizung vor der Zerstörung 
der Ganglien eine beträchtliche Steigerung des Blutdrucks und 
eine grosse Beschleunigung des Pulses bedingt. Nach der Ent¬ 
fernung der Ganglien trat keine Beschleunigung des Herzschlags 
mehr ein, wenn auch durch die Reizung der Blutdruck erhöbt 
wurde. In den andern Fällen erzeugte auch nach der Ausrottung 
die Reizung des Nerven noch eine kleine Beschleunigung, welche 
demnach keinenfalls durch eine Erregung der beschleunigenden 
Herznerven bedingt war. Nach unsern heutigen Kenntnissen 
müssen wir die Ursacho dieser Beschleunigung in das Herz 
selbst verlegen.
        

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