Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Athmung innerhalb des Blutes: Zweite Abhandlung
Person:
Schmidt, Alexander
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1348/5/
die Atiimung innerhalb des Blutes. 
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ich slots weniger Sauerstoff dem Blule zuführte als dasselbe 
vermöge seiner Absorptionsfähigkeit für dieses Gas aufzunehmen 
vermochte. Ferner will ich nicht unerwähnt lassen, dass der 
aus chlorsaurem Kali gewonnene Sauerstoll' vor jedem Versuch 
in Beziehung auf seine Reinheit durch Verpuffen mit Wasserstoff 
geprüft wurde. Enthielt er messbare Mengen von Stickstoff, so 
wurden dieselben von dem dem Blute zugeführlen Sauerstoff- 
volum in Abrechnung gebracht. 
Der Zeitpunkt, mit dem man das Auffangen des Blutes zu 
beginnen hat, wird nicht immer gleich weit entfernt vom Mo¬ 
ment des Zuklemmens der Trachea liegen dürfen. Wird ein 
grösseres, aus einer blutreichen Partie des thierischen Körpers 
kommendes Blutgefiiss zum Aderlass benutzt, so kann man mit 
diesem letzteren so lange warten, bis die reflektorische Reizbar¬ 
keit der Cornea erloschen ist. Zu dieser Zeit kann man sicher 
sein, dass aus dem Blule aller Sauerstoff verschwunden ist. — 
Will man dagegen das Blut aus einem kleineren Gefüss gewin¬ 
nen, z. B. aus der Vene, die ihren Inhalt aus den Muskeln des 
Oberschenkels bezieht, so ist man gezwungen, den Aderlass 
alsbald zu beginnen, nachdem die Erslickungskrümpfe beendet 
sind und das wahrend derselben pulslose Herz seine Schlüge 
wieder begonnen hat. Die Wahl dieses früheren Zeitpunktes 
bringt es allerdings mit sich, dass die Sicherheit ein vollkom¬ 
men sauerslofffreies Blut zu erhalten eine geringere ist, aber 
man erreicht es nur auf diese Weise, dass die zu zwei Analysen 
nöthige Blutmenge gewonnen wird, bevor noch eine Gerinnung 
der zuerst in die Röhre eingeleiteten Blutmengen eingetreten 
ist. Zur Unterstützung des langsamen Venenstromes hilft in 
diesen Füllen auch die pausenweise angewendete Reizung des 
Muskels nicht mehr, weil in den späteren Stadien der Erstickung 
der Muskel sehr bald aufhörl auch auf die stärksten Induktions¬ 
ströme zu reagiren. 
Die Handgriffe, welche zum Einbinden des Ucberfüllungs- 
rohres in die Blutgefüsse noting sind, gestalten sich je nach der 
Lage des letzteren wie selbstverständlich verschieden. Da sie 
für die leichter zugänglichen Gefiisse eben so einfach als be¬ 
kannt sind, so wird es genügen, wenn ich nur diejenigen er¬ 
wähne, deren ich mich beim Auffangen des Blutes aus den 
Oberschenkelmuskeln und aus der Leber bediente. 
Das Venenblut aus den Oberschenkelmuskeln gewann ich
        

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