Bauhaus-Universität Weimar

Zeitschreiber. 
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II. Zeitschreiber. 
Die zeitmarkirenden Stimmgabeln (Nr. 5542) von Donders, mit 
stellbaren Schreibfedern versehen, sind bequemer als die Koenig’schen 
mit fester Feder, sind aber übertroffen durch den handlichen „por- 
tabeln Elektrochronographen“ ]) (Nr. 5586, 21), dessen sich Marey in 
neuerer Zeit bediente. Dieser, im Wesentlichen ein Elektromagnet mit 
federndem Anker, der isochron mit der ström unterbrechenden Stimm¬ 
gabeli) 2 *) schwingt, erlaubt, dass diese beliebig fern vom Experimentir- 
tische aufgestellt sein kann. 
Ein noch empfindlicherer kleiner Signalapparat8), von Marcel 
Desprez angegeben, war mit der Marey’schen Sammlung ausgestellt, 
ist jedoch im Kataloge unter Nr. 5586, 21 im Appendix aufgeführt. 
Derselbe vermag 500 Schwingungen in der Secunde noch genau zu 
signalisiren. Er ist sehr brauchbar zum Aufnotiren kleiner Zeitinter¬ 
valle, zumal wenn man statt des biegsamen Messingfederchens (dessen 
Schreibspitze bei verschieden starkem Anlegen verschiedene Orte des 
Cylinders berührt) ein steiferes Glasstreifchen als Markirer anbringt. 
Eine sehr genaue Art der Zeitmarkirung hat Donders für seine 
Untersuchungen über die Dauer “einfacher psychischer Processe erdacht. 
Die Vorrichtung ist von ihm Noematachograph (Nr. 5Ö85) 4) genannt. Der 
Reizmoment wird auf der zeitmessenden Stimmgabelcurve selbst mar- 
kirt. Ein von der Stimmgabel zum rotirenden Cylinder überspringen¬ 
der inductionselektrischer Funke schlägt durch den berussten Papier¬ 
mantel ein weiss erscheinendes Loch. Zu gleicher Zeit löst das Licht, 
der Schall oder der Schlag des Funkens einen Reiz auf Gesicht, Gehör 
oder Gefühl aus. Der untersuchte Mensch macht, sobald er den Reiz 
wahrgenommen hat, durch einen Schlag auf den Schreibhebel, der ganz 
nahe der Stimmgabel eine Linie um den rotirenden Cylinder zieht, ein 
Zeichen auf das berusste Papier: horizontal, senkrecht gegen die verti¬ 
cal gezogene Abscisse. 
TIT Mittel, um die Bewegungen thierischer Tlieile auf 
die schreibende Feder zu übertragen. 
1. Tropfbare Flüssigkeiten (Manometer, Plethys¬ 
mographen). 
Das ursprüngliche Mittel, um die Schwankungen des Blutdruckes 
in den Gefässen auf die Kymographiontrommel zu übertragen, das 
i) Abbildungen im Catalogue, 3. edition, 974. 2) Anstatt der Queck- 
silbercontacte, wie sie bei den Helmholtz’schen Stimmgabeln (s. o. S. 591) 
angebracht sind, finden sich hier federnde Metallcontacte. s) Travaux du 
Laboratoire de Marey, 1875, 143. 4) Beschreibung im Kataloge 969.
        

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