Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorarbeit für die Erforschung des Reflexmechanismus im Lendenmarke des Frosches
Person:
Sanders-Ezn, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1345/3/
3] Vorarbeit für d. Erforschung d. Replexmrciunismus etc. 3 
derselben Hautstelle, als Aeusserungen von vorgebenden Va¬ 
riationen in den betreffenden einzelnen Bahnen und Centren, 
Uber die Eigenschaften dieser Letzteren weitern Aufschluss ge¬ 
ben. Diese Aufklärungen können aber nur nach vorgängiger 
Kenntniss der Topographie der Reflexe erlangt werden. 
I Ueber die Topographie der Reflexe. 
Bekanntlich wirkt auf den Oi l und den Modus der reflee- 
torischen Bewegung ausser der Oerllichkeit des Reizes noch 
eine Reihe von andern Umständen ein, deren Regelung man in 
der Hand bat. Diese Letztere muss also immer in einer be¬ 
stimmten Weise geschehen. Für meine Versuche bemerke ich 
in dieser Beziehung Folgendes: 
a) Lagerung des Thieres. Ich halte es ftlr nölhig, 
darauf aufmerksam zu machen, dass die Loge, welche der ent- 
hirnte Frosch bei den Reflexversuchen einnimmt, nicht in allen 
Fällen gleichgiltig ist. Liegt z. B. das Thier mit dem Bauche 
auf einer Glasplatte, während der Reiz die äussere Seite des 
Knie’s trifft, so beugen sich danach bei genügender Reizbarkeit 
in der Regel alle Gelenke der gereizten Extremität, während die 
der anderen gestreckt werden. Hängt dagegen der Frosch an 
dem unempfindlich gemachten Unterkiefer frei in der Luft, so 
kommen durch Reizung der äusseren Seite des Knie’s nur die 
Beugungen auf der gleichen Seile vor, die Streckungen auf der 
entgegengesetzten Seile bleiben jedoch aus. — Die mechanische 
Reizung der Zehenspitzen hat in der Bauchlage des Frosches 
bei ausgeslreckten Reinen einen andern Erfolg als bei gebeug¬ 
ten Beinen. Im ersteren Falle tritt nach der Reizung meisten- 
theils eine kräftige Beugung des getroffenen Beines ein, die 
alsdann nur selten in eine Streckung desselben umschlägt. Sind 
die Gelenke etwa halb gebeugt, so ruft der Reiz schon sehr häu¬ 
fig eine Streckung nach einer vollständigen Beugung hervor, 
während sehr oft der Streckung gar keine Anstrengung zur wei¬ 
teren Beugung vorausgegangen ist, wenn derReiz die vollständig 
gebeugten Beine trifft. —Durch eine Reizung der äusseren Knie¬ 
gegend oder der Zehenspitzen kann bei der Rückenlage des 
Frosches viel leichter eine Streckung der anderen Extremität 
hervorgerufen werden, als dieses bei der Bauchlage desselben 
Thieres möglich ist. Aus diesen und ähnlichen Beobachtungen 
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