Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Einfluß der Temperaturveränderungen auf Zahl, Dauer und Stärke der Herzschläge
Person:
Cyon, Elias von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1341/41/
291»] ÜUEIt UEX EINFLUSS DKK TEMrElUTUBÄNDEKUNUEN etC. 117 
sohiedene Temperaturen, ändert. Wenn sich das Herz dem 
Wärmegrade nähert, in welchem es das Maximum seiner Schlag¬ 
zahl erreicht, so pflogt in der Regel die Ausdehnung merklich 
zuzunehmen. Wenn unter diesen Umstünden der Umfang der 
Contraction ein sehr geringer geworden ist, so kann man die 
Schuld der grössere Ausdehnung auf die verminderte Contraction 
schieben , vermöge welcher die in der vorausgegangenen Pause 
erzielte Ausdehnung nicht wieder vollständig ausgeglichen wird. 
Dieser Erklärungsgrund reicht aber nicht aus, wenn, wie es 
Öfter der Fall, zu der genannten Zeit der Umfang dèr Zusam¬ 
menziehung noch ein bedeutenderer ist im Verhältniss zu der¬ 
jenigen, die wahrend der Normaltempcratur besteht. So habe 
ich unter Andern*gesehen, dass das Ilerz bei 35 Schlügen in 
40 Secundcn und einer Excursion von 6,5 Mm. während der 
Diastole einen um 10 Mm. liefern Stand der Quecksilbersäule 
erreichte, als er ihm bei der Temperatur von 20° zukam. 
Noch überzeugender für die Änderung der Elasticitüt mit 
der Temperatur ist das Verhalten des Herzens während der 
beiden Stillstände durch hohe und niedere Temperaturen. Ver¬ 
harrt das Herz mehrere Minuten hindurch bei höherer Tempe¬ 
ratur im Stillstand, so sinkt das Quecksilber in der-Regel um 
mehrere Millimeter tiefer als zu derZeit, wo dasselbe Herz durch 
niedere Temperatur in dem Stillstände verbleibt. 
Es scheint mir nicht überflüssig hinzuzusetzen , dass ich 
diesen Gegensatz auch dann gefunden habe, wenn beim Zurück- 
fUhren des Herzens aus den abweichenden in die normalen 
Wärmegrade wieder dieselbe Ausdehnung während der Pauso 
eintrat, die es vor der Erwärmung und der Abkühlung besessen 
halle. Diese Contrôle schliesst den Verdacht aus, als ob sich 
während des Versuchs aus irgend welchem Grunde der Inhalt 
des Herzens gemindert habe. 
B. Wirkungen der plötzlichen Temperaturänderung auf 
den Herzschlag. Nachdem ich, soweit es auf Grundlage meiner 
Heobachlungen möglich war, die Änderungen des Herzschlags 
mit der allmählig veränderten Temperatur erörtert habe, werde 
ich jetzt zu der Beschreibung der Erscheinungen übergehen, 
welche sich einfinden, wenn man das Herz so rasch als möglich 
von höhern zu niedern Wärmegraden bringt. Nach den Erfah¬ 
rungen von liosenthal am gewöhnlichen quergestreiften Muskel 
und seinen [zugehörigen Nerven musste es sehr wahrscheinlich
        

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