Bauhaus-Universität Weimar

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Du. Dybkowsky, [207 
man das Thier statt in vordUnnls in comprimirte Luft athmen 
lasst, wahrend die äussere Oberfläche des Thiers unter dem 
normalen Druck der Atmosphäre liegt. Unter diesen Bedingun¬ 
gen wölben sich wahrend der Exspiration die Zwischenrippen- 
raume convex nach aussen und die ausgedehnte Lunge presst 
sich fest an die Brustwand an ; nur dann, wenn das Thier seine 
krampfhafte Exspiration vollfuhrt, nimmt der Thorax eine Form 
an, welche der normalen Inspiralionsstcllung ähnlich ist. Wah¬ 
rend eines solchen Versuchs wird niemals auch nur die ge¬ 
ringste Menge von einem festen Körperchen in die Lymphgefässe 
übergeführt, welches in die Pleurahöhle gebracht wird. 
Resorbirbare Körperchen werden aus der Pleura eines ru¬ 
hig athmenden Hundes meist nur in beschranktem Masse auf¬ 
genommen. Aus der Pleura des lodten Thiers, vorausgesetzt, 
dass man die Leiche ruhig liegen lasst, geht niemals, so weit 
ich gesehen, körnige Masse in dio Lymphgefässe über. Dieser 
Übertritt erfolgt aber alsbald, wenn man die Wirbelsäule fost- 
slelll und ohne Verletzung der Pleurahöhle durch das obere 
Ende des Brustbeins einen starken Bindfaden zieht, mit Hilfe 
dessen man den Brustkasten abwechselnd ba'd in die Inspira¬ 
lionsstellung zieht und bald in die Exspiraliopsstellung sinken 
lassen kann. 1 
Die Folgen, welche der Saugapparat der Bruslwand für 
das Leben mit sich bringt, sind leicht einzusehen. Die Bewegung, 
welche bei der Alhmung zwischon Lunge und Brustwand statt- 
linden muss, erfordert, wenn sie leicht geschehen soll die An¬ 
wesenheit von Flüssigkeit zwischen den Gleitungsflachen. Für 
die Beschallung dieser Flüssigkeit sind nun auch die Blutgefässe 
fortwährend thälig. Eine allzureichliche Anwesenheit von Flüs¬ 
sigkeit hemmt aber, wie bekannt, die Ausdehnung der Lunge, 
demnach ist es vortheilhaft, dass eine Einrichtung besieht, 
welche jeden Überschuss an Flüssigkeit augenblicklich wieder 
fortschafl't. 
Ich überlasse es zukünftigen Beobachtungen weiter zu er¬ 
örtern, wie sich unter pathologischen Verhältnissen die Resorp¬ 
tion von der Coslalpleura aus gestaltet. Die pathologische Ana¬ 
tomie wird festzustellen haben, welche Veränderungen die Be¬ 
deckungen und Lichtungen der Lymphgefässe erfuhren, wenn 
der resorbirende Apparat aufgehört bat, seine Schuldigkeit zu 
thun.
        

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