Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen zu Preyers Abhandlung über die Grenzen des Empfindungsvermögens und Willens
Person:
Wittich, von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit13337/9/
Bemerk, zu Preyer üb. die Grenzen des Empfindungsvermögens u. Willens. 837 
Kreis flacher Vorsprünge zu fühlen war. Die Bewegung wurde wie 
bei den Gesichtsversuchen nach dem Schlage eines Metronoms re- 
gulirt, und die Geschwindigkeit nach und nach herausprobirt, bei 
welcher jene Erhebungen wie ein continuirlicher vollkommen glatter 
Streifen erscheint. In andern Fällen wurde durch Herrn Dr. Grün- 
hagen die Schwungscheibe in Bewegung gesetzt und ich suchte bei 
geschlossenen Augen durch oberflächliches Betasten mit der Spitze 
meines Mittelfingers den Kreis heräuszufühlen, es wurde dann nach 
dem Metronom die Geschwindigkeit bestimmt, bei welcher jener 
Kreis nicht mehr herauszufühlen war. 
In noch andern Versuchen bezog ich eine Pappscheibe (II) 
mit möglichst glattem Papier und dieses mit feinmaschigem Tüll. 
Die Zahl der Maschen in zwei Kreisen bestimmte ich annähernd 
ans der Zahl der auf die Radien derselben kommenden. Der Halb¬ 
messer des kleineren Kreises zählte 22, der grössere 30 Maschen, 
demnach kommen auf die Peripherie des erstem ungefähr 133, des 
letztem 183 Unterbrechung ; beide Kreise waren auf dem Papier 
unter dem Tüll schwarz ausgezogen, um während des Umganges 
der Scheibe genau die zu belastende Stelle zu sehen. Auch hier 
wurde die Geschwindigkeit allmählich herausprobirt, bei welcher 
man die Scheibe an eine der beiden Stellen in vollkommener Glätte 
fühlte. 
Am geeignetsten zu den Versuchen ist jene erslere Scheibe, 
hei ihr ist die Reibung möglichst gering, während sie bei der Tttll- 
scheibe bei nur einigermaassen bedeutender Geschwindigkeit so gross 
wird, dass sie ein unangenehm brennendes Gefühls in der tastenden 
Fläche erzeugt. 
Endlich fertigte ich mir noch eine Scheibe (III) von glattem 
aber recht steifem Cartonpapier, in welchem in einem Abstande von 
85 Milliro. vom Mittelpunkt 64 kreisrunde Oeffnungen durch ein 
scharfes Locheisen geschlagen waren, die Ränder dieser Löcher 
waren vollkommen glatt ohne Rauhigkeiten und hatten einen Radius 
von ca. 8 mm. 
Die Resultate, welche ich mit diesen verschiedenen Scheiben 
erhielt, gehen durchweg sehr viel kleinere Werthe, wie sie Valen¬ 
tin fand für die Dauer der Nachempfindung. 
So verschwanden Herrn Dr. Grün h a g e n, der mir bei diesen 
Versuchen assistirte, die Einzeleindrücke der ersten Scheibe mit 72 
flachen Erhabenheiten erst bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit,
        

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