Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen zu Preyers Abhandlung über die Grenzen des Empfindungsvermögens und Willens
Person:
Wittich, von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit13337/14/
v. Witti ch: 
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Rupp1) die scheinbar längere Dauer der Nachempiindung in den 
seitlichen Theilen der Retina gegenüber der macula lutea in seiner 
Inaugural-Dissertation besprochen, und ist dabei zu dem Resultate 
gekommen, dass diese bedingt sein könne in der geringeren Unter¬ 
scheidungsfähigkeit jener Theile für Helligkeits-Differenzen, oder in 
den grösseren peripheren Verbreitungsbezirken, welche muthmaass- 
lich eine Nervenprimitivröhre in den seitlichen Theilen der Netzhaut 
findet. Wäre letztere Annahme richtig, so würde also ein in kreis¬ 
förmiger Bewegung sich befindendes Lichtobjekt bei gleichbleibender 
Geschwindigkeit längere Zeit auf dem Empfindungsbezirke einer 
excentrisch endenden Faser verweilen, als iin Centrum, demgemäss 
auch für jene eine geringere Geschwindigkeit erfordert werden, um 
eine continuirliche Empfindung zu erzeugen, als bei dieser. Man 
findet nun bei Tastversuchen ein ganz ähnliches Verhältniss, auch 
in ihnen zeigt sich, dass für jene Tastflächeu, die wir am meisten 
zu brauchen pflegen, welchen dev feinste Raumsinn zukommt, die 
Discontinuität zeitlich sich folgender Eindrücke sehr viel später ver¬ 
schwindet, als anderen weniger bevorzugten; in den Fingerspitzen 
später als an dem Ballen des Daumens ; ich brauche für letzteren 
z. B. kaum halb die Geschwindigkeit bei Benutzung rotirender Schei¬ 
ben als für jene. 
Auch hier liegen jene beiden Möglichkeiten der Deutung vor. 
Nicht nur spricht die verschiedene Feinheit des Ortssinnes an ver¬ 
schiedenen Körpertheilen dafür, dass auch die Verbreitungsbezirke 
einei hervenröhre (Webers Empfindungskreise) sehr verschiedene 
Ausdehnung haben, ein über dieselben fortgleitender Druck je nach 
< en verschiedenen Körpertheilen also auch verschieden lange Zeit 
auf den Endausbreitungen derselben Nervenfaser ruht, daher eine 
bald langsamere bald schnellere Wiederkehr des Drucks erfordert, 
um eine continuirliche Empfindung zu vermitteln; sondern wir wis- 
S,e~aUC1 aUS ^en Angaben Webers2), dass die Fähigkeit Druck- 
rr eye,nZ6a ZU Verscheiden an den verschiedenen Theilen unserer 
Ilautoberflache durchaus nicht gleichwertig ist, dass sie feiner in 
Thml» f F " ^e'3er ^le Dauer der Nachempfindnng auf den seitlichen 
heilen der Netzhaut. Inaugural-Dissertation. Königsberg 1869. 
w~ , , ’ ■1^,ber: Ta8tsimi Gemeingefühl. Kud. Wagners Hand- 
worterbuoh, Bd. III pag. 548. 
Fe ebner , Peychophysik Bd. I pag. 266.
        

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