Bauhaus-Universität Weimar

N. trochlearis; N. abducent 
15 T 
Wenn nicht ganz, so ist wenigstens unser Nerv seinem grössten 
Theile nach motorisch. Abhängig sind von ihm die Bewegungen der 
m. m. rectus superior, r. internus, r. inferior, obliquus inferior, des 
Yerengerers der Pupille, wahrscheinlich des musc, tënsor ehoroideae 
und endlich des m. levator palpebrae supèrioris. 
Der n. oculomotorius der Säugethiere weicht bezüglich seiner Verkeilung vom 
menschlichen sehr ab; bei ihnen begibt er sich nämlich nachweislich auch noch zum 
muse, rectus externus, musc, obliquus superior und dem eigenthiimlichen retractor 
bulbi; dass er beim Menschen nicht noch den m. rect. extern, und den m. obliq. sup. 
versorgt, geht ausser der anatomischen Untersuchung auch noch daraus hervor, dass 
bei Lähmungen des n. oculomotorius das Auge kräftig nach aussen gerichtet ist, und 
um seine Längsachse (die sog. Sehachse) gedreht werden kann. Diese Lähmungen 
liefern auch den Beweiss, dass er bei Menschen die Pupille verengert, weil unter die¬ 
sen Umständen die Pupille zwar nicht besonders erweitert ist, aber durchaus nicht 
mehr verengert werden kann. Die allgemeine Annahme, dass er Verengerer der Pupille 
sei, wird auch noch dadurch unterstützt, dass bei intensiv - willkürlichen Erregungen 
des n. oculomotorius und namentlich bei der Einwärtsstellung des Augapfels der 
Durchmesser der Pupille sich verkleinert. — In wiefern seine Lähmungserscheinun¬ 
gen beweissen, dass er auf den tensor ehoroideae wirkt, kann erst später erörtert 
werden; seine sehr bemerkenswerthe Stellung zu verschiedenen Hirntheilen, wird 
ebenfalls erst später in Frage kommen. 
Nervus trochlearis*). 
Die Wurzelfäden des Nerven kommen theils aus dem obern Ende 
i 
der grauen Substanz, welche den Boden der vierten Hirnhöhle bedeckt 
und mit einem zweiten Bündel aus einer grauen Masse am Boden des 
aquaeductus Sylvii. Sie treten dann über die Mittellinie hinaus auf die 
entgegengesetzte Seite und kreuzen sich bevor sie die Hirnmasse 
verlassen mit den gegenüberliegenden Nerven im velum anterius. Der 
Ö Ö o 
Stamm führt breite Röhren, ihre Gesammtzahl beträgt 1100 bis 1200. 
Der Nerv versorgt wahrscheinlich nur den musc, trochlearis mit mo¬ 
torischen Fasern. 
Ausser dieser als gewiss anzugebenden Funktion schreibt man ihm zuweilen 
auch noch eine sensible zu. Seine physiologische Stellung zu den andern Hirnthei¬ 
len siehe beim Sehorgan. 
Nervus abducens. 
Seine Wurzelfasern sollen durch die Längs- und Ouerfasern der 
Brücke hindurch verfolgt werden können bis in eine graue Masse, 
welche am Boden der vierten Hirnhöhle gelegen ist. Der Stamm ent¬ 
hält 2000 bis 2500 breite Röhren. 
Seiner Yertheilung gemäss ist seine einzige Funktion in einer 
o o ö , 
Bewegung des m. rect. externus zu suchen; sensible Fasern besitzt er 
nicht. 
Was seine Verbindung mit sympathischen Zweigen im sinus cavernosus und die 
Aestchen zu bedeuten haben, w elche er öfter an das ganglion ciliare oder die Ciliar¬ 
nerven schickt ist unbekannt. — Bei Säugethieren versorgt er zugleich mit dem 
n. oculomotorius noch den m. retractor bulbi. 
*) E d. Weber, Artikel Muskelbevregung In Wagners Handwörterb. III. 2. Abth. — Stilling, 
der Bau des Hirnknotens, Jena 184ö.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.