Bauhaus-Universität Weimar

L. Schn y der: 
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die Ausübung von Bewegungen vorübergehend erleichtert, dagegen 
die Kraft der Muskelarbeit um so mehr herabsetzt, je stärker dieselbe 
in Anspruch genommen wird. 
Scheffer1) hat ebenfalls den Einfluss des Alkohols auf die 
Muskelkraft mittelst des Mosso*sehen Ergographs geprüft. Er ver¬ 
gleicht Arbeitsserien mit und ohne Alkohol, welcher in der Dosis 
von 1<> g, je nach den Versuchen, unmittelbar vor der Arbeit, 
15 Minuten und 3o Minuten vorher genossen wurde. Die Arbeit 
bestand aus drei Reihen von 15U Hebungen bei 2 Secunden-Rhythmus. 
Die Ruhepause zwischen den einzelnen Reihen betrug 5 Minuten. 
Während Scheffer in den zwei ersten Reihen ein Gewicht von 
5 kg hebt, benutzt er für die dritte Reihe ein solches von 0 kg. 
Den Grund dieser Aenderung in der Versuchsauordnung kann ich 
nicht recht begreifen. Sie kann für die Vergleichung der Resultate 
nur störend wirken. 
Scheffer findet für die Serien, wo der Alkohol unmittelbar 
und wo er 15 Minuten vor der Arbeit genommen wird, eine Mehr¬ 
leistung zu Gunsten des Alkohols bis 10,35°/«. In der dritten Serie 
dagegen (Alkohol 30 Minuten vor der Arbeit) findet er eine Minder¬ 
leistung des Alkohols von bis 6,01 °/o. 
Diese Resultate führen Scheffer zu dem Schlüsse, dass bei 
willkürlicher Muskelarbeit der Genuss von massigen Gaben Alkohol 
zuerst eine Vermehrung und dann eine Abnahme der normalen 
Arbeitsleistung zur Folge habe. Diese Wirkung sucht er in der 
Weise zu erklären, dass sie auf einer anfänglichen Erhöhung mit 
darauffolgender Erniedrigung der Erregbarkeit des Nervensystems 
beruhe. Diese Auffassung stützt er auf die Experimente von 
Waller, Gad, Werigo und eigene experimentelle Versuche an 
Fröschen. Während bei iudirecter elektrischer Reizung (vom Nerv 
aus) Alkohol, gleich wie bei der willkürlichen Arbeit, im Anfang die 
Muskelleistung erhöht und dann herabsetzt, findet Scheffer, dass 
bei directer Reizung des Gastrocnemius eines zwecks Eliminirung 
des periphären motorischen Nervenapparat.es curarisirten Frosches 
diese Doppelwirkung ausbleiht. In Folge dessen schreibt Scheffer 
dem Alkohol bloss einen Einfluss auf den motorischen Nervenapparat 
zu, während er ihm eine dynamogene Wirkung auf den Muskel ab- 
1) Studien über den Einfluss des Alkohols auf die Muskelarbeit Archiv 
für experimentelle Pathologie und Pharmakologie Bd. 44. 11)00.
        

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