Bauhaus-Universität Weimar

Alkohol und Muskelkraft. 
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Dubois tien augenscheinlichen günstigen Einfluss des Alkohols auf 
die Arbeitsleistung der Nährwirkung desselben zu. Kr dachte: „Zu 
dieser Zeit sind wir nüchtern, mehr oder weniger erschöpft, und es 
zeigt sich, dass unter diesen Umständen auch das minderwerthige 
Nahrungsmittel, welches der Alkohol darstellt, immerhin von Vortheil 
ist. Da aber Alkohol ausser dieser Nährwirkuug sicherlich auch be¬ 
kannte lähmende Eigenschaften besitzt, so würde seine Einverleibung 
zu einer Mahlzeit wahrscheinlich erniedrigend auf die Arbeitsleistung 
einwirken.“ Prof. Dubois schlug desshalb vor. eine Versuchsreihe 
nach der Mahlzeit vorzunehmen, und dachte dabei: „Durch Ein¬ 
verleibung der Nahrungsmittel ist bei der Mahlzeit für die An¬ 
sammlung von Spannkräften mehr als genügend gesorgt; etwas Al¬ 
kohol dazu ist Ueberfluss und wird keine Vermehrung der Kraft 
herbeiführen. Dagegen wird nun die giftige Wirkung allein in den 
Vordergrund treten und wahrscheinlich die Arbeitsleistung erniedrigen.“ 
Wir sind überzeugt, dass diese theoretisch vorgefasste Meinung 
auf uns beide keine suggestive Wirkung ausgeübt hat. Ich habe 
übrigens oben bei der Beschreibung der Versuchsanordnung gesagt, 
wie wir uns immer als Forscher gegen solche Selbsttäuschung zu 
schützen suchten. 
Serie I). 
In dieser Serie wurde also der Einfluss einer gewöhnlichen 
Mahlzeit auf die Muskelkraft untersucht, je nachdem während der 
Mahlzeit Alkohol genossen wird oder nicht. Letzterer wurde in 
Form von 300 ccm guten Bordeauxweines (20,4 g Alkohol ent¬ 
sprechend) im Laufe des Essens in gewohnter Weise getrunken. 
Dieses Quantum Wein wurde desshalb ausgewählt, weil es gewöhn¬ 
lich im Publikum als ein mässiges, unschädliches, ja sogar unent¬ 
behrliches betrachtet wird. Die Mittagsmahlzeit war aus gewöhn¬ 
licher gemischter Kost (Suppe, Fleisch, Gemüse, Brot) zusammen¬ 
gesetzt. Von einer genauen Wägung der Calorienwerthe wurde aus 
dem Grunde Abstand genommen, weil die Versuchsperson gewiss 
mehr Nahrung zu sich nahm, als sie zur Ausübung ihrer Arbeit 
nöthig hatte. Ein Theil der mit der Nahrung aufgespeicherten Spann¬ 
kräfte bleibt in solchem Fall unbenutzt und kann in Folge dessen 
unberücksichtigt bleiben. Die Hauptsache ist, dass durch die Mahl¬ 
zeit die Spannkräfte auf das erforderliche Niveau gebracht werden-,
        

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