Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die fundamentalen Eigenschaften des Nerven unter Einwirkung einiger Gifte
Person:
Wedensky, N. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit12321/44/
Die fundamentalen Eigenschaften des Nerven etc. 
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Ich will hier auf die Frage nicht eingehen, auf welche Weise 
die Chloralose ihre Wirkung als ehemisehe Substanz auf den Nerven 
entwickelt, und wie der Nerv so überraschend schnell seine functio- 
nelle Thätigkeit von Neuem gewinnen konnte. Es ist aber klar, 
dass die wahrscheinlichste Erklärung der von Herzen beschriebenen 
„Thatsache“ vor Allem im letzteren Umstande liegen muss. In der 
That war die Narkose in seinem Versuche weniger tief, als es bei 
mir der Fall war; ausserdem musste er doch den Nerv heraus- 
präpariren und von der Chloralose etwas reinigen, bevor derselbe 
mit dem Galvanometer in Verbindung gebracht wurde. Unter diesen 
Bedingungen war es kein Wunder, wenn der Nerv „eine vortreff¬ 
liche negative Schwankung“ gab, weil er zu dieser Zeit schon eine 
„vortreffliche“ Herstellung seiner functionellen Eigenschaften 
gewonnen haben musste. Ja, wir sehen, dass der Nerv sogar nach 
einer tieferen Narkose, ohne bespült zu werden (Protok. IX, Beob. 
21—25), ziemlich schnell seine Functionen restituirt. Auch will der 
Verfasser in seiner späteren Schrift schon keine vollkommene, sondern 
nur eine relative Unempfänglichkeit gegen die Reize dem narkoti- 
sirten Nerven Zusagen. 
Ich brauche kaum hinzuzufügen, dass, wenn die chloralisirte 
Strecke unter genau denselben Bedingungen sowohl auf 
den Muskel als auch auf das Telephon oder Galvanometer zu 
reagiren hat, die muskulären und die elektrischen Ergebnisse voll¬ 
kommen mit einander übereinstimmen. Man muss nur in einem 
solchen Versuch die Chloralose auf die obere Strecke des Nerven 
einwirken lassen, um die ableitenden Elektroden so fern als möglich 
davon zu halten. 
Protokoll VIII. Chloralose. 
Zwei besondere Inductionsapparate ; fur II ein stärkerer. Der Versuch 
stellt vier Perioden dar: 
Erste Periode : Die zu vergiftende Strecke ist zusammen mit den Elektroden II 
in Chloralosepulver zwischen den muskulären Kissen eingeschlossen. 
Zweite Periode: Die muskulären Kissen mit Chloralose sind weggenommen; 
die narkotische Strecke ist mit der physiologischen Kochsalzlösung bepinselt 
(Bespülung). 
Dritte Periode: Dieselbe Nervenstrecke ist wieder in Chloralose zwischen 
den Kissen. 
Vierte Periode: Die muskulären Kissen mit Chloralose sind wieder weg¬ 
genommen.
        

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