Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über den Tetanus: II. Ueber den Einfluss der Reizstärke auf den Tetanusverlauf bei indirecter Reizung
Person:
Hofmann, F. B.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit12009/4/
Studien über den Tetanus. 
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müdeten Nervmuskelpräparate vorwiegend im Nervenendorgan 
suche. 
Das also, was ich mir in der vorhergehenden und in der vor¬ 
liegenden Abhandlung zu studiren vorgenommen habe, wäre nach 
der Ausdrucksweise von Wedensky die „Parabiose“ desNerven- 
endorgans. Sie lässt sich herbeiführen durch Ermüdung des Prä¬ 
parates — darauf bezogen sich die früheren Abhandlungen von 
Wed en sky. Man kann sie aber auch durch Gifte erzeugen, und 
diesen Weg habe ich beschritten und einen Theil der Resultate in 
meiner vorigen Abhandlung mitgetheilt. Inzwischen hatte nun aber, 
wie ich in der Nachschrift zu jener Abhandlung schon erwähnte, 
auch Wedensky einen Versuch über das Verhalten des Nerv¬ 
muskelpräparates bei schwacher Curaresirung des Thieres gemacht 
und dabei Folgendes gefunden (1901, S. 84ff.): Wenn man einen 
Frosch mit sehr wenig Curare vergiftet, so dass sich die Lähmung 
ganz langsam entwickelt, und wenn man dann von Zeit zu Zeit 
Probereizungen mit 40 — 60 Reizen in der Secunde macht, so kann 
man bei gleichzeitiger Verzeichnung der Muskelcontractionen und 
Beobachtung der Actionsströme des Muskels mittelst des Telephons 
dieselben Stadien der Transformation und der paradoxen Leitung 
nachweisen wie bei localer Vergiftung des Nervenstammes. Im 
Stadium der paradoxen Leitung tritt ferner jene (zuerst von Böhm 
[1894] gefundene) Erscheinung auf, dass einzelne oder in längeren 
Intervallen auf einander folgende Inductionsströme unwirksam bleiben, 
während frequentere Reizungen einen Anfangstetanus geben. Diese 
Anfangstetani sollen nach Wedensky besser durch Ströme von 
massiger Stärke hervorzurufen sein als durch starke Ströme. Im 
letzteren Falle sollen sie sowohl schwächer als auch von kürzerer 
Dauer sein als im ersteren. 
Ich habe die neuesten Ausführungen von Wedensky dess- 
wegen hier schon miterwähnt, weil ich den Lesern, die das russische 
Buch dieses Autors nicht kennen, eine Uebersicht über den augen¬ 
blicklichen Stand der Frage geben wollte. Im Uebrigen würde es 
den Gang meiner Darstellung nur verwirren, wenn ich gleich jetzt auf 
die hierdurch angeregten Fragen eingehen wollte. Ich bleibe viel¬ 
mehr bei| meinem schon in der vorigen Abhandlung eingehaltenen 
Gedankengang. Wurde dort zunächst bei unveränderter „über¬ 
maximaler“ Reizstärke (oder vielmehr gleichem Reiz werth der Einzel¬ 
reize) unter sonst gleichbleibenden Bedingungen die Reizfrequen z
        

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