Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über den Tetanus: II. Ueber den Einfluss der Reizstärke auf den Tetanusverlauf bei indirecter Reizung
Person:
Hofmann, F. B.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit12009/3/
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F. B. Hofmann: 
sorische“ oder „Transformationsstadium“1) nennt, erzeugen nach 
diesem Autor starke Erregungen, welche die narkotisirte Strecke 
passiren müssen, im Muskel ebensolche schwächere Contractionen 
wie sehr schwache Erregungen (1900, S. 145); die Tetanushöhe bei 
schwächerer und stärkerer Reizung wird also in diesem Stadium 
ziemlich gleich (1901, S. 13). Bei weiter vorgeschrittener Vergiftung, 
im „Stadium der paradoxen Leitung“ (1900, S. 148, 1901, S. 14), 
werden starke Erregungen durch die „narkotisirte“ Nervenstrecke 
überhaupt nicht hindurchgeleitet, oder sie erzeugen nur eine „An¬ 
fangszuckung“2), während relativ schwache Erregungen noch durch¬ 
geleitet werden und einen Tetanus von beträchtlicher Höhe,hervor- 
rufen. Geht die Narkose noch weiter, so verschwindet die Leit¬ 
fähigkeit der „narkotisirten“ Strecke überhaupt, und zwar erhält 
sich die Leitfähigkeit für schwache Erregungen am längsten (1901, 
S. 17). Diese Phänomene stehen auch in einer gewissen Abhängig¬ 
keit von der Reizfrequenz. „Je höher in gewissen Grenzen diese 
letztere ist, desto früher treten sie hervor“ (1900, S. 148). 
Wedensky bezeichnet den eben beschriebenen Zustand des 
Nerven, in welchen dieser durch Behandlung mit Giften oder durch 
die verschiedensten andersartigen Schädigungen (1901, 1902) ver¬ 
setzt werden kann, jetzt als „Parabiose“ und betrachtet die von 
ihm früher untersuchten Erscheinungen bei der Ermüdung des Nerv¬ 
muskelpräparates als Folge eines analogen parabiotischen Zustandes 
der Nervenendigungen. Inwieweit ich seine Meinung überdas 
Wesen dieser „Parabiose“ theilen kann, wird später zu erörtern 
sein. Hier möchte ich bloss, nachdem ich über die jetzigen An¬ 
schauungen von Wedensky aus seinen letzten Schriften orientirt 
bin, meinen Standpunkt dahin präcisiren, dass ich ebenso wie er, 
die Ursache für das Zustandekommen der Anfangstetani beim er- 
1) Der Name bezieht sich darauf, dass in diesem Stadium Erregungswellen 
von hoher Frequenz beim Durchgang durch die „narkotisirte“ Strecke in solche 
von einer geringeren Frequenz umgewandelt werden, worüber Näheres am Schluss 
dieser Abhandlung. 
2) Wedensky nennt eine flüchtige Contraction zu Beginn der tetanischen 
Reizung stets „Anfangszuckung“. Bei meinen Versuchen kann ich aber mit 
Bestimmtheit versichern, dass diese vorübergehenden Contractionen Tetani und 
keine Zuckungen sind, denn sie sind beträchtlich höher und dauern viel 
länger als einfache Zuckungen.
        

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