Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über den Tetanus: II. Ueber den Einfluss der Reizstärke auf den Tetanusverlauf bei indirecter Reizung
Person:
Hofmann, F. B.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit12009/18/
Studien über den Tetanus. 
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Tetanushöhe während der ganzen Dauer der Reizung bis auf die 
Anfangszacke ungefähr gleich hoch, und erst wenn die Tetani schon 
ganz niedrig geworden sind, schliesst sich an die immer stärker 
hervortretende Anfangszacke ein sanftes continuirliches Absinken an. 
Endlich, vor der völligen Lähmung, wird die dauernde Tetanushöhe 
ganz unbedeutend, und es bleibt nur die Zacke zu Beginn der 
Reizung als Anfangstetanus übrig (vgl. Fig. 12 a, h im nächsten 
Abschnitt). 
Geht man von diesen niederen zu höheren Reizfrequenzen über, 
so ändert sich, wie schon in der ersten Abhandlung beschrieben 
wurde (vgl. dort die Figg. 9 und 11) zu gleicher Zeit mit der Ab¬ 
nahme der Tetanushöhe auch die Form der maximalen Tetani, die 
bei einigermaassen stärkerer Vergiftung nach dem ersten Anstieg 
ausserordentlich steil absinken. Verfolgen wir die allmähliche Um¬ 
wandlung der Tetanusform bei einer genügend hohen Reizfrequenz 
und bei verschiedenen Reizstärken genauer, so sehen wir, dass diese 
Aenderung der Tetanusform lange Zeit nur auf die stärksten 
Reizungen beschränkt bleibt. Die submaximalen Tetani verhalten 
sich während dieser Zeit ganz auffällig ähnlich den submaximalen 
Tetanis der niederen Reizfrequenzen. Sie steigen demnach während 
der ganzen Dauer der Reizung noch gleichmässig an, während die 
maximalen Tetani schon ein Absinken zeigen (Fig. 3 b) ; sie bleiben 
— bis auf die kleine, besonders bei den schwächsten Reizungen 
deutliche Anfangszacke — continuirlich gleich hoch, wälirend die 
Curven der maximalen Reizungen sich schon beinahe ganz in 
Anfangstetani umgewandelt haben (Fig. 3 d). Erst später be¬ 
ginnt auch bei ihnen ein sanftes Absinken während der ganzen 
Dauer der Reizung sich einzustellen und zwar zuerst bei den 
stärkeren Reizungen, während die eben erwähnte Anfangszacke 
immer mehr hervortritt (Fig. 3 e und f). Wenn schliesslich der 
während der Reizung bestehen bleibende Tetanus sehr niedrig ge¬ 
worden ist, so bleibt von der ganzen Curve nur noch die Anfangs¬ 
zacke übrig (Fig 3 g und 12 c im nächsten Abschnitt), und es besteht 
auch bei diesen Reizfrequenzen kein Unterschied mehr zwischen der 
Tetanusform bei submaximaler und maximaler Reizung. Vor der 
vollständigen Lähmung geben somit Reizungen jeder Frequenz und 
Stärke bloss noch Anfangstetani, die mit zunehmender Reizstärke 
bis zu einem bestimmten, je nach der Reizfrequenz verschiedenen Maxi¬ 
mum anwachsen (vgl. den nächsten Abschnitt dieser Abhandlung).
        

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