Bauhaus-Universität Weimar

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DAS PHYSIOLOGISCHE INSTITUT ................... 
einiger Wochen des Jahres werden daselbst die öffentlichen theo¬ 
retischen Prüfungen abgehalten. 
Im östlichen Mitteltrakt des Erdgeschosses folgt ein zweifenstriges, 
früher besonders zu Versuchen am lebenden Tiere benutztes Zimmer, 
dem jedoch jetzt wegen des hohen Baumwuchses der benachbarten 
Gärten das zu feineren Arbeiten nötige Licht fehlt, daher es nur 
ausnahmsweise und besonders im Winter zu wissenschaftlichen 
Arbeiten benutzt wird. Ein größerer Wassertrog dient hier zur 
Reinigung der Glassachen, und in den beiden in den Raum ein¬ 
gebauten Kapellen werden die Elemente für elektrophysiologische 
Arbeiten aufbewahrt. Ferner ist der Raum mit einem Tisch zum 
Glasblasen versehen, der für die laufenden Arbeiten von den Labo¬ 
ranten benutzt wird. 
Der folgende zweifenstrige Raum dient speziell den elektro- 
physiologischen Versuchen am Saitengalvanometer. Zum bequemeren 
Arbeiten sind beide Fenster interimistisch verdunkelt. Auf stabilem 
Tisch in der Mitte des Raumes steht ein großes Edelmannsches 
Saitengalvanometer (nach Einthoven). Ihm gegenüber sind ein Fall¬ 
apparat zur photographischen Registrierung und eine 50 Ampere- 
Bogenlampe mit Stadtstromanschluß fest aufgestellt. 
Durch eine Doppeltür gelangt man in das anstoßende einfenstrige 
Dunkelzimmer, das beim Arbeiten am Saitengalvanometer zur Ent¬ 
wicklung der aufgenommenen Kurven dient. Auch ist hier ein 
Thomson-Galvanometer dauernd aufgestellt. 
Die drei zuletzt genannten Zimmer wurden zur Zeit, als der 
jetzige kleine Hörsaal als Auditorium diente, auch zu den Vor¬ 
bereitungen für die Vorlesung benutzt, und es wurden hier unter 
Carl Ludwig die zahlreichen vivisektorischen Arbeiten ausgeführt. 
Noch jetzt befinden sich an der Decke dieser Zimmer Transmis¬ 
sionen, die seinerzeit durch Antrieb mittels Gasmotor eine Pumpe 
zur künstlichen Atmung und Kymographien mit fortlaufendem 
Papier in Gang setzten. Von dem stabil aufgestellten Atmungs¬ 
apparat führte eine besondere Leitung bis in den an der anderen 
Seite des Korridors gelegenen Hörsaal, so daß auch während der 
Vorlesung vom Nebenraume aus die künstliche Atmung der Ver¬ 
suchstiere unterhalten werden konnte. Bei dem jetzigen elektrischen
        

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