Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundzüge der physiologischen Psychologie, 1. Band, 6.,umgearbeitete Auflage
Person:
Wundt, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1150/245/
Großhirnganglien und Leitungsbahnen der höheren Sinnesnerven. 
229 
Schleimhaut [A Fig. 76), die, zwischen Epithelzellen gelagert, den Cha¬ 
rakter von Nervenzellen besitzen, die ihren Achsenfaden zentralwärts 
aussenden. In ihrem Verlauf nach dem Riechkolben zersplittern sich 
diese Achsenfäden in feine Fasern, die in einem dichten Knäuel zumeist 
mit den Dendriten kleiner Nervenzellen in Kontakt treten (at b). Aus jeder 
dieser Zellen sammelt sich wieder ein Hauptfortsatz, der in eine große 
dem Riechkolben angehörige Nervenzelle (C) übergeht, die bereits als 
die nächste Hirnrindenstation der Riechbahn anzusehen ist. Von ihr aus 
entspringen dann weiterhin wahrscheinlich durch die seitlich abgehenden 
Dendriten vielver¬ 
zweigte Nebenlei¬ 
tungen , während 
sich die zentripe¬ 
tale Hauptleitung 
in der Richtung der 
Pfeile in den auf 
der anderen Seite 
aus den Zellen her¬ 
vorgehenden , in 
den Riechtraktus 
übergehenden 
Neuriten fortsetzt. 
Neben dieser über 
ein peripheres und 
ein zentrales Gebiet 
sich erstreckenden 
zentripetalen 
Hauptleitung findet 
sich nun aber noch 
ein zweites System 
zentraler Riechzel- 
Fig. 7^- Ursprung und Endigung der Riechnerven beim Menschen, 
nach Ramon y Cajal. A periphere Riechzellen, h Epithelzellen 
zwischen denselben, a kleine intermediäre Nervenzellen. B Den¬ 
driten der Glomeruli. C zentrale Riechzellen, b deren Dendriten 
im Glomerulus. D Zellen einer wahrscheinlich zentrifugalen Bahn. 
c Endsplitterungen derselben. E Fasern des Tractus olfactorius 
mit Kollateralen f. e freie Nervenendigungen. 
len, die nach der 
Richtung ihrer Fortsätze und deren Verbindungen wahrscheinlich als 
Knotenpunkte eines zentrifugalen Leitungssystems anzusehen sind. Aus 
diesen Zellen D geht nämlich bloß ein einziger peripher gerichteter Neurit 
hervor, der sich innerhalb der Glomeruli in ein feines Endfasernetz auf¬ 
löst (c). Gegenüber dem Typus der sensibeln Tastleitung ist demnach 
die Riechbahn vor allem dadurch gekennzeichnet, daß das periphere 
Sinnesorgan selbst hier als ein peripher gelagerter Teil der Hirnrinde 
erscheint, womit denn auch zusammenhängt, daß die Olfactoriusfasern mehr 
den Charakter zentraler als peripherer Nervenfasern besitzen. Dazu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.