Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Rheo-Tachygraphie: Ein Verfahren zur graphischen Registrirung schneller electrischer Vorgänge
Person:
Hermann, Ludimar
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit10956/1/
539 
(Aus dem physiologischen Institut zu Königsberg i. Pr.) 
üeber Rheo-Tachy graphie. 
Ein Verfahren zur graphischen Registrirung schneller 
electrischer Vorgänge. 
Yon 
Ij. Hermann. 
Nachdem die Grundgesetze der electrischen Wirkungen einiger 
thierischen Gebilde (Muskeln, Nerven, Drüsen) erkannt sind, macht 
sich, wie auf vielen anderen Gebieten der Physiologie, mehr und 
mehr das Bedilrfniss graphischer Aufzeichnung der Vorgänge gel¬ 
tend, welche durch Verfeinerung der Beobachtung neue Fragen zu 
stellen gestattet. Die Schwierigkeiten dieser Aufgabe sind aber 
auf dem Gebiete der thierischen Electricität ganz besonders gross. 
Jede Art von Graphik beruht auf der Umwandlung der beobach¬ 
teten Veränderung in eine ihr zeitlich genau parallelgehende B e- 
wegung; der Magnet aber, welchen der Strom bewegt, vermag 
den Veränderungen des Stromes nur höchst unvollkommen zu fol¬ 
gen. Die Aufzeichnung der Magnetbewegung würde im Uebri- 
gen keine Schwierigkeiten bieten. 
Meine Bemühungen im Gebiete der Rheographie reichen bis 
in die Zeit zurück, wo die Anwendung des Capillarelectrometers 
zu solchen Zwecken noch unbekannt war. Als namentlich Ma- 
rey J), sowie Sanderson und Page1 2) das sinnreiche und ein¬ 
fache Lippmann’sche Instrument in höchst erfolgreicher Weise 
zur graphischen Darstellung so schneller Vorgänge wie die In- 
ductionsströme, die Entladungen des Zitterrochens und die Actions¬ 
ströme des Herzens verwandten, schien die Aufgabe gelöst, und 
ein zugleich schneller und aperiodischer Apparat, wie geschaffen 
zur photographischen Registrirung, gefunden. Gelang es doch 
1) Travaux du laboratoire de Marey. Bd. 3 (1877), S. 33. 
2) Journ. of physiol. Bd. 4, S. 327. 1883.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.