Bauhaus-Universität Weimar

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Julius Bernstein: 
regbarkeit durch electrische Ströme nicht vernachlässigen, dass der 
electrische Widerstand des Nerven durch die Reagentien bedeutend 
vermindert sein kann, was zu Täuschungen führen könnte, wenn es 
sich um Constatirung erhöhter Erregbarkeit handelt, dagegen a 
fortiori beweisend ist bei Beobachtung verminderter Erregbarkeit, 
aber von dem Gang der Erscheinung doch ein falsches Bild liefern 
würde. Wir werden daher in unsern Versuchen den electrischen 
Reiz nicht an diejenigen Stellen anbringen, in welche das Reagens 
eingedrungen ist, sondern wie es bisher geschehen die Prüfung an 
einer höheren Stelle am Plexus vornehmen. 
Von Herrn Ranke sind ferner Versuche1) über die Einwirkung 
von Säuredämpfen (Essigsäure, Salpetersäure, Kohlensäure) ange¬ 
stellt und gezeigt worden, dass die herabgesetzte Erregbarkeit des 
motorischen Nerven, die ihrer Einwirkung folgt, durch Ammoniak¬ 
dämpfe wieder erhöht werden kann, und ebenso auch in umgekehrter 
Folge, indem sich die Reagentien neutralisiren. 
Diese Thatsachen also als bekannt vorausgeschickt, wird es 
sich in den nachfolgenden Versuchen im Wesentlichen darum han¬ 
deln, den zeitlichen Gang des Nervenzustandes während und nach 
der Einwirkung der Milchsäurelösung aufzunehmen. U nter den Ner¬ 
ven am Oberschenkel wurde ein breites Kautschukplättchen gescho¬ 
ben, dann ein in der Lösung getränktes Röllchen Fliesspapier auf 
den Nerven gelegt und auf diesem durch ein über den Oberschenkel 
gespanntes Kautschukbändchen fixirt. Unter den Plexus wurden die 
Platinelectroden geschoben. Im Uebrigen blieb die Anordnung wie 
vorher. 
Versuch 12. 
o. R. H. 120. 
H. 
11 h. 13' 15,3 mm. 
»? 
14' L. 
(Milchsäure), m. 
L. entfernt, 
Nerv eingebettet. 
n 
15' 
15 mm. 
11 h. 26' 
0 
mm. 
» 
18' 
14,5 „ 
- „ 35' 
2,5 
» 
» 
20' 
13 „ 
- „ 40' 
0 
»? 
» 
21' 
12,5 „ 
- „ 50' 
13 
»? 
» 
23' 
0 „ 
- „ 55' 
13 
à 
1) Ibid. S. 108.
        

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