Bauhaus-Universität Weimar

Kurbelkette 
Kurden 
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cis-cui Falle der K. Federhamm-er genannt wird) angebautwerden,derTürkenbundkürbis,dessen 
sichert gegen Bruch und erhöht die Schlagkraft des Frucht gewöhnlich in zwei oder drei Farben, grün, 
K. Die K. dienen besonders zum Aussihmieden gelb 1ind rot gestreift ist, und die Bis chofsmüye 
kleiner Arbeitssti"1cke. Umstehende Abbildung stellt oder Pastetenkürbis, nicht rankend, mit scheiden- 
eine häufig zu findende Bauart eines K. dar. Der förmig-flacher, am Stiele gewölbter Frucht von gel- 
Bär a desselben ist durch die Leitbahnen b des Ge- ber, grüner, orange mit weißgestreifter Farbe. 
i-üstes senkrecht oberhalb des Ambosses c geführt Die Speisekürbisse pflanzt man einzeln auf gutes 
und wird durch die Kurbel d bewegt, indem die in Knlturland, wo reichlichKompost vorhandenit, oder 
eine bogenförmig Festaltete Blattfeder e endigende noch besser auf die Komposthausen selbst. 
Lenkstangefdensel en erfaßt. DenAntrieb der Kur- 2) Die Zierkürbisse verwendet man wegen 
belvermitteltdie Riemenscheibeg,die von derTrans- ihres rankenden Wuchfes zum Bekleiden von Lan- 
mission der Werkstatt aus stetig umgetrieben wird ben, Spalieren, Gerüsten u. s. w. Es giebt eine 
und durch eine Reibungskuvpelung mit der Kurhel- große Menge von Formen und Spielarten, die 
weile verbunden ist. Die Abstellung des Hammers meist ans die Species Cucurbjt.a me10pepo L. (Tur- 
durch den Schmied erfolgt durch Ausrückung dieser ban- oder Melonenkürhis) mit hartschaliger 
.t"t"uppelung mit Hilfe des F-us3tritts h oder Hand- Frucht zurückzuführen sein dürften. Nach Größe, 
hebels i unter gleichzeitigem Anzug der Bremse k. Forni und äußerer Beschaffenheit der Früchte führen 
Kurbelkette, Kurbelmechanismus, s. Kur- die Formen besondere Namen, wie Apfel-, Apfel- 
Kurbelprefse, s. Preisen. [beZetriebe. sinen-, Birn-, Citronen-, Eier-, Zwiebel-, Glocken-, 
Knebel;-risma, Kurbelpyraniide, urbel- Warzenkürbis. Andere Artenmit zierendenFrüchten 
frhleife,s.Kurbelgetriebe. sind der Flaschenkürbis und die Hercules- 
Kurbclstcmge, soviel wie Pleuelstange (s.  keule. Beide gehören zu der verwandten weiß- 
Kurbelwalke, H am m e r w as eh m as eh in e , bli"1tigen Gattung I-agenarju, verlangen ein zeitiges 
s. Apvretur. Aussäen der Samen in Blumentöpfe im Treib- 
Kurbelwarze, Kurbelzapfeu, s. Kurbel. hause oder Zimmer, sodann beim Auspflanzen einen 
Kurbette, s. Courbette.  sehr sonnigen, geschützten Standort und reiche Be- 
K1"irbis (Cucur1)ita  eine zu den Cueurbita- wäfserung. Die Früchte des Flaschenkürbisses, La- 
ceen (s. d.) gehörige Pflanzengattung mit etwa genarja vuIgaris sei-. (Cuc:urbjta lagen-n-ja  
10 Arten, die in den Tropengegenden Asiens, dienen in den Tropen wegen der harten holzige1i 
Afrikas und Amerikas vorkommen und zum Teil Beschaffenheit ihrer Schale, nachdem sie ihres Jn- 
in zahlreichen Varietäten seit langer Zeit kultiviert halts an Mark und Samen entleert nnd, als Ge- 
werden. Nach Art der Verwendung unterscheidet fciße für F-lüssigkeiten. Medizinisch benutzt man den 
man zwei Gruppen mit zahlreichen Arten: frischen Samen des K. als gut wirkendes Band- 
1) Speisekürbisse. Der gemeine Feldkür- wurmmittel. [wurms (s.  
bis (Cucurbita pepo  bringt große, lange oder Kürbisbandwurm, Name des gemeinen Band- 
rundliche (s. Tafel: Futtervslanzen I, Fig 18) Kiirbisbaum, soviel wie Kalebassenbaum, s. 
Früchte mit welcher Schale von verschiedener Farbe Kurdak, s. Jrtyschtataren. [Crescentja. 
und Form hervor. Das Fruchtfleisch ist nicht so Kurden, ein räuberisches, mohammed., nur 
zart und geschmackvoll wie bei andern Sorten, doih zum kleinern Teile feßhaftes Volk iran. Stammes, 
taugt die Frucht sehr gut zum Viehfutter. Wert- das schon den Alten (Karduch en bei Xenophon, 
dollere Formen für den K1"1chengebrauch sind: der Gordyäer bei Strabo) bekannt war. In ihre 
Markkürbis mit länglicher, gelber oder weisser Wohnsitze im Süden des Wansees, in die Tigris- 
Fr1icht, 25-40 am lang bei 12 am Durchmesser; landschaft Gordhäa oder Corduene, haben sich die 
der virginische K, i-ankt nicht, sondern bildet nur K. wohl erst in der Zeit der Perserherrs(haft von 
einen dichten, wenig effektoollen Busch, an dem die Osten her vorgeschoben und sich von da aus all- 
:;5-40 ein langen weißen Früchte sitzen. Der Ce nt- mählich bis weit hinein nach Kleinafien ausgebreitet 
net- oder Riesenkürbis (Cucurbita maximo. (s. Karte: Westasien I, beim Artikel Aßen). Die 
l)uc?i.) bringt sehr große, oft mehr als centner- östlichen K. wohnen hauptsächlich im Zagros- 
schwere Früchte von bald mehr kugeliger, bald mehr gebirge, von der Grenze Luristans bis zum Urmi- 
plattgedrückter oder auch melonenartig gerippter see nnd nördlich über diesen hinaus bis zum Gebiet 
Form. Das gelbe J-ruchtfleisch ist dick, zart, fein von Maku: so die Kelhur südwestlich von Kerman- 
und wohlschmeckend. Kulturfor-1nen dieser Art sind: schah, die Bebeh zwischen Sihnah und Suleimania, 
gelber und grüner Centnerkürb1s, italienischer plat- die Revendi, Baliki, die Mikrikurden südlich vom 
ter,gestreifterund marmorierterK.,com-gegaukreäe, Urmisee, die Schekaki zwischen Urmi- und Wan- 
Yegetah1e Marrow (engl. Schmerkürbis), C0co- see, die Melakurden und die Dschelali bei Malu. 
celle (langeritalienischerK. ohne Ranken, sehr zart), Die westlichen K. haben ihre Sige hauptsächlich 
Ohio (länglichrunder großer gelber), Riesen-Melo- in der Provinz Wan sowie in den Regierungs- 
nenkürbis (allergrös3ter gelber genex-,ter, s. Tafel: bezirken Diarbekr, Mardin und Sört. Sie wohnen 
G e müs e 1V, Fig. 9). hier vielfach mit Armeniern, Nestorianern und Chal- 
Eine andere Art ist Cuou1-bitt- mose11ato. Dreck:-., däern untermischt. Während diese alle sich als Kur- 
Mos chu.s- oder Bis amkürbis genannt, weil sein mandschkurden bezeichnen,wohnen etwas abgetrennt 
Fkuc)tflell(h Wen mehr oder weniger moschusarti- von ihnen bei Musch und Palu die DusCh1kkUkdetI 
gen GekUCh UND Geschmack besitzt. Als Form ge- und Dumbeli, die einen abweichenden Dialekt,reden. 
hört hierher der Mantels ackkürbis aus Neapel, überhaupt erscheinen die K. in enthnFgr. Beziehung 
mit 50-60 ern langer, am Ende sackartig aufge- nicht einheitlich. Teilweise sollen sie auch eigen- 
triebenerFruchtvon dun-kelgrünerFarbe mit orange- tümliche religiöse Gebrauche bewahrt, haben. me 
gelbem, süßem, gewürzt Fleische. Als Formen Schätzung der K. iebt ihre -Zahl in der Türkei 
des Feldkürbis s es sinFeiFrner noch zu betrachten, auf 15()0000, in ?i!3erfien auf, 7500()0 an. Nach 
wenn sie auch eigentlich me r zu Dekorationszwecken Abstammung und Sprache scheinen mit den K. auch 
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufz1!sUchcc1.
        

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