Bauhaus-Universität Weimar

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Kokum 
Kolbe 
K-.okum, Pflanzenfett, s. Gen-einia. drückt wurde. Er lebte dann bis 1860 in der Schweiz 
Kokumlos(hen, s. Ko(hen1er Loschen.  und beteiligte sich späteranderRedaktion der(cFrank- 
Kokf)tos (lat. Coeytus), ein Nebenflusz des furter Zeitung)); seit 1863 war er auch Mitglied 
Acheron in Epirus, wurde, wie eigentümliche Kulte des bayr. Abgeordnetenhauses, worin er föderali- 
zeigen, schon früh mit der Unterwelt in Beziehung ftifch-demokratische Jdeen verfocht. Auch war er 
gesetzt. Bereits die Odyssee kennt den K. (d. h. den 1868-69 Mitglied des Zollparlaments, zog ßch 
Strom des Weinens und Klagens) als einen Strom aber 1872 vom polit. Leben zurück und starb 16. Mai 
der Unterwelt. [larier). 1884 zu München. K.s Hauptwerk ist das ccHandbuch 
Kot, andere Schreibung für Kolh is. d. und Ko- der vergleichenden Statistik)) (Zür. 1857; 8. Aufl., 
l(0eI., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung Lpz. 1879; Suppl. 1883); außerdem sthrieb er: 
für Jos. Gottlieb Koelreuter (s.  ((Gefchichte der Mensthheit und der Kultur)) (-Z Bde., 
 Psorzh. 1842), (cKulturgeschicl)te der Menschheit)) 
gerKreisimnordwestl.Teildes russ.Gouvernements (LsZ. 1868-70; 3. Aufl., ebd. 1884-85) u. a. 
Ar(hangelsk, seht Kreis Alexandrowsk genannt, die olbach (Kohlbacl)), zwei Bäche in der Hoheit 
Kolahalbinsel umfassend, hat 155203,7 q1c1n (davon Tatra in Ungarn, unweit des Badeortes Scl)mect"s 
431,2 qkm Jnseln im Meer und 7035,5 qkm Land- (Tatra füred). Der Große K. beginnt am Haupt- 
seen) und 9140 E.  Z) Stadt (bis 1899 Kreis- kan1me, am Osthang des Kleinen Visola, und bildet 
stadt) im Kreis Alexandro1vsk, auf einer Landzunge den Abflusz der GrofzenKolbacherSeen,während das 
am Fuße des Berges Solowarali, am Fluß K. engere Thal des Kleinen K., der Abfluß der Fünf 
(75 km lang), der hier in die Tuloma mündet, nahe Seen (2017-2032 m), sich von den Eisthaler 
am Meerbusen K., hat (1897) 6l5 E., Post, 2Kir- Spitzen (2629 m) herabzieht, um in den Großen K. 
chen, Pfarrschule; Fischerei, Jagd, Dampsschiffahrt. zu münden. Beide haben schöne Wasserfälle. 
K-)lahalbiusel, auch Murmansche Halb- Kolbc"icks-ä, schwed. Fluß, s. Mälarsee. 
insel oder Russisch-Lappland, Halbinsel an der Kolbc, eine im Anfang des 16. Jahrh. allgemein 
Nordwestküste des Europäischen Rußlands (s.Karte: übliche Haartracht, die an Stelle des im Au;-gange 
Europäisches Ruszland, beim Artikel Nus3land), des Mittelalters gebrä1uhlichen lang herabwallen- 
wird begrenzt im N. vom Eisnieer, im O. und S. den Haupthaares und der Bartlosigkeit trat. Das 
vom Weißen Meer, im W. von Norwegenund bildet Haar wurde nach allen Seiten gleichmässig herab- 
den Kreis Alexandrowsk des rusf. Gouvernements  gekämmt, in der Mitte der Stirn gerade abgeschnitten 
Archangelsk. Die nördl. Küste bis Kap Swatoj Noli  und diese Linie etwa bis zur Mitte des Ohres weiter 
wird die Mut-mansche Küste genannt, weiter nach geführt. Ebenso trug man zwar einen Vollbart, 
O. und S. folgt die Tersche Küste bis zum Fluß schnitt ihn aber direkt unter dem Kinn in gerader 
Warsucha, zuleZt die Kantalahtische Küste. Die Be- Linie ab, so dass der Kopf nicht mehr lang, sondern 
völkerung besteht zumeift aus Rassen, dann Lappen, rund wie eine Knolle am Ende einer Keule erschien. 
die aber von den finn. Lappen verschieden nnd. Ja Mit K. ward sowohl der Kopf an und für sich als 
der Kolabuiht ist der Jekaterinenhafen sowie daran das Haar allein, dann besonders der glatt gescho- 
die Kreisstadt Alexandrowsk errichtet worden.  rene Kopf und später sogar die Perücke bezeichnet. 
Vgl. Wissenschaftliche Ergebnisse der finn. Expedi- Kolbe, Herniann, Chemiker, geb. 27.Sept. 1818 
tionen nach der Halbinsel K. 1887-92 (Tl. 1 und 2, zu Elliehausen bei Göttingen, studierte -Chemie in 
Hegingf. 1890-94). Göttingen unter Wöhler, wurde-1842 Assi1tent bei 
olaliqueur, Kolam"tsse n. f. w., s. Cola. Bunsen in Marburg und 1845 Assistent Lyon Piav- 
Koläptik (grch.), Meißelarbeit in Stein. fairs am Laboratorium des Museum of economic 
Kolarier, aus dem Worte K olh (s. d.) und Arier (-"ke010gy in London. 1847 übernahm er in Brann- 
gebildeter Name für die Urbewohner der Windhja- schweig die Reduktion von Liebigs und Wöhlers 
kette in Vorderindien und ihre tvestlicher liegenden ((Handwörterbnch der Chemie)), wurde 1851 ord. 
Stammverwandten (s. Drävida und Jndisihe Spra- Professor der Chemie in Marburg, 1865 in Leipzig, 
chen). Die eigentlichen K. sind die Stämme der wo er 25.Nov.1884 starb. Seine Experimental- 
Mundari, Ho, Santal, Dschuang, Korwa und Sa- untersuchungen waren zumeist auf die Ausbildung 
vara (Saura) u.s.w. und im weitern Sinne die Bhil, der Theorie von der Konftitution der organischen 
Mera, Mina, welche ihre alte Sprache vergessen und Verbindungen gerichtet, an deren Entwicklung er 
roheHindidialekte angenommen haben. Ob dieGond einen hervorragenden Anteil genommen hat. Er 
(s. d.) und Kondh (s.  Maler oder Paharija und war bis zu seine1n Tode überzeugter Anhänger der 
Oraon mit den K. zusammenhängen und also ein ältern, von ihm neu belebten Radikaltheorie, ob- 
übergangsglied zu den eigentlichen Drävidas bilden gleich er selbst wohl das meiste dazu gethan,hat, 
oder ob sie als zum letztern Stamme gehörig zu be- die zusammengeset3ten Radikale in immer kleinere 
zeichnen sind, ist nicht ausgemacht.  Vgl. Dalton, aufzulösen. Den letzten konsequenten S(hrttt des 
Etlmology of Bengal ( alkutta 1872); Hislop, Zurückgehens bis auf die Elenientaratome hat er 
P-.pers re1:-itjng to the aborjgin-il trjbes of the nicht mitgemacht, sondern, wie vordem der Typen- 
Central Pr0vjnces (hg. von Temple, Nagpur1866); theorie, so später der Strukturchemie Opposition 
Zellinghaus, in der ((Zeitschrift Hirt Ethnologie)), gemacht. Von seinen Entdeckungen sind einige 
d. Z (Berl. 1871). (S. Goßners e Mission) auch von praktischer Bedeutung geworden, so die 
Kolassä, s. Kolossä.  1861 mit R. Schmitt beobachtete Umwandlung der 
KolatorkmU- KUIt!k7Ik- ls,K.0k1EkE11-   Carbolsäure in Korallin, die Auffindung einer Me- 
Kolb, Georg Friedr., Stat1stiker, Publizist und thode, Salicylsäure in großen Mengen künstlich dar- 
demokratischer Politiker, geb. 14. Sept. 1808 zu zustellen  und seine Entdeckung der antrsep- 
Speyer, war als Bürgermeister von Speyer 1848 t1schen Eigenschaften der Salicdlsäure. Unter K.-Z 
Mitglied des Deutschen Parlaments,, legte 1849 Werken sind hervorzuheben: c(Ausfi"1hrli(hes Lehr- 
sein Bürgermeisteramt nieder und redigierte dann bu(h der organischen Chemie)) (3 Bde., Braunschw. 
die c(Neue Speyerer Zeitung)), welche 1853 unter- 1854--78), deJen zweite Auflage (ebd. 1880-8t) 
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzufuchek1.
        

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