Bauhaus-Universität Weimar

474 Köhler (Ulrich Leop.)  Kohlrabi 
K.s Nachlaß erschienen: c-Aussät-,e über Märchen und  Kohlcule, Nachtschmetterling, s. Eulen. 
Volkslieder)) (Berl.1894); seine icKleinern Schriften))  Kohlfliege (Anthomyia brassicae Boac?ie), ein( 
gab Bolte (3 Bde., ebd. 1898-1900) heraus.   6 muri große graue, zu den Blumenfliegen (s. d.) e 
Vgl. E. Schmidt in der icZeitschrift des Vereins für  hörige Fliege, deren Larven zu verschiedenen Maii-i 
Volkskunde)) (1892). im Jahre von Juni bis Oktober die Wurzeln unt 
Köhler, Ulrich Leop., Altertumsforscher, geb. Strünke verschiedener Kruciferen (Kohl, Retticl) 
6. Nov. 1838 zu Klein-Neuhauseii im Großherzog- Rüben Levkojen u. s. w.) durchfressen. 
tum Weimar, studierte in Jena und Göttingen, Koglfurh6", s. Fuchs (Säugetier). 
wurde 1865 Sekretckir der preuß. Gesandtschast in Ko lfürst, Ludw., Eisenbahningenieur unt 
Athen, 1872 Professor für Altertumskunde in Straß- Schriftsteller, s. Bd. 17. 
burg, 1875 Vorstand des Archäologischen Instituts Kohlfurt, Dorf im Landkreis Görlii-, des Preuss 
zu Athen, 1886 Professor für alte Geschichte in Berlin Reg.-Bez. Liegnilz, an der kleinen T,s!ck)iriia, sowie ar 
und ist seit 1888 Mitglied der Akademie der Wissen- den Linien Berlin-K.-Breslau, K.- auban (22 km) 
schaften. Er veröffentlichte: (cUrkunden iind Unter- K.-Görliß (28 km) iind K.-Falkenberg (148 km) dei 
suchungen zur Geschichte des delisih-attischeii Bun- Preuß. Staats-bahnen, hat (1900) 1088 E., daruntei 
des)) (Berl.1870) und den zweiten Band des ((C0rpus 16 Katholiken, Postagentur, Fernsprechverbindung: 
inscriptionum atticarum)) (-l Tle., ebd.1877-95). Glasfabrik. Der Bah1ihof (3 km entfernt) gehört 
Koehler, K. F., Buchhandlung in Leipzig, ge- zum Gutsbezirk K. und hat 1025 E., darunter 131 
gründet1789von KarlFranz Gottfried Koeh- Katholiken, meist Vahnbeamte, Postamt zweiter 
er, geb. 4. Juni 1764 in Leipzig, gest. 29. Dez. Klasse, Telegraph, eine Kirche und Schule. 
1833, ging 1830 über an dessen Sohn Franz Kohlgalle,zI-Russelkäfer, s. Gallen(botiiiiisch). 
Koehler, geb. 23. März 1805, gest. 2. Dez. 1872. Kohlgeivachse, s.'Gemüse. 
Letzterer entwickelte besonders das Kommissionsge- Kohlgrub, Dorf im Bezirks-amt Schongan des 
ghäft und verkaufte 1846 den bis dahin mit der bat)r. Reg.-Bez. Oberbayern, in 860 m Höhe, am 
irma verbundenen Verlag. Sein ältester Sohn und nördl. Fuß des Hörnle (1565 m) und an der Linie 
Nachfolger Karl Franz Koehler, geb. 22. Aug. Murnau-Oberammergau der Bayr. Staatsbahnen, 
1843, gest. 5. Aug. 1897, gab dem Geschäft eine hat (1900)1077 E., darunter 19 Evaugelische, kath. 
noch größere Ausdehnung. Es ging über an des Kirche, Kurhaus,Stahlquellen1ind Eisennioorbäder. 
letztern Witwe. Teilhaber ßnd seit 1890 Rudolf Kohlhase, Hans, Kaufmann (nichtPferdehänd- 
Winklerund seit 1895 Otto Engert. Mit dem let) zu Kölln an der Spree. 1532 nahmen ihm 
Kommisßonsgeschäft ist verbunden Erport und Jm- Leute eines sachs. Junkers von Zaschwig auf der 
Bart von Sortiment sowie seit 1888 ein mit einem Reise zur Leipziger Messe seiiie beiden Pferde als 
ehrmittellager verbundenes sog. Barsortiment (s. gestohlen weg; da der Junker dieselben nur gegen 
Sortimentsbuchhandel), über das Kataloge sowohl Erstattung des F-uttergeldes herausgeben wollte 
für Händler als fürs Publikum ausgegeben werden. und K. nur unter Vorbehalt seiner Entschädigungs- 
Die Zahl der Kommittenten beträgt (1902) 799. ansprüche hierauf einging, aber dann keinen wei- 
Die Geschäftsräume der Firma befinden ßch in einem tern Vergleichstermin durchsehen konnte, erließ er, 
1893-94 aufetwa5000qm Fläche erbauten,muster- in seinem Rechtsgesühl verle3t und empfindlich an 
Fast angelegten großen Haus.  Vgl. Das Buch- seinem Vermögen geschädigt, 1534 einen Fehde- 
andlnngshaus K. F. Koehler in Leipzig 1789- brief gegen den Junker und ganz Kursachfen. Oli- 
1889 (Lpz. 1889, Jubiläumsschrift); Das neue wohl er sich von der Beschuldigung, Brände in Wit- 
G3chäftshaus der Firma K. F. Koehler (ebd. 1894). tenberg angestistet zu haben, auf einein Reichstag 
ie 1847 von Franz Koehler unter Mitwirkung reinigte, stieß doch Kurfiirst Johann Friedrich den 
des Antiquars A. N. C. Armbruster gegründete für K. günstigen Vergleich dieses Tages um, und 
Firma K.  Koehlers Antiquarium in sein Landvogt setzte auf eine trot3ige Antwort K.s 
eipzig hob ich unter der Leitun von A d ols Ulm einen Preis auf dessen Kopf. Trog der Abmahnung 
(geb. 1824 in Weilburg a. d. LaiJ)1i, gest. 22. April Luthers begann nun K. 1535 die angekündigteciF-ehde, 
1884; Geschästsführer seit 1851, Teilh.ibei- seit die er jahrelang aufrecht hielt, bis er dadur ,dciß 
1873) zu einem der ersten wissenschaftlichen Anti- er sich auch gegen die eigenen Landsleute wendete, 
quariate und ging nach dem Tode Franz Koch- seinen Landesherrn herausforderte. Er wurde nach 
lers an dessen andern Sohn, H ug o Ko ehler Berlin gelocltund dortiiii März1540 gerädert. Diese 
(geb. 12.Jan.1850, gest. 29. April 1894), im Som- Vorgänge hat Heinrich voii Kleist in einer Novelle 
mer 189-L anBernhard Liebisch über. Bis Mitte c( Michael Kohlhaas)) dargestellt, doch hat er seine 
1902 waren.555 Kataloge ausgegeben. Erzählung, obschon er die histor. .L)aiiptquelle, die 
KH2ISkeI- s. Verkohlung. märkische Chronik, benutzte, ganz frei behandelt.  
Kö lerglmibe, soviel wie unbedingtcr Kirchen- Vgl. Burkhardt, Der histor. Hans K. (Lpz. 1864). 
laube,- dann überhaupt blinder Glaube an die Kohlheruie (Kohlkropf), s. P1asmo(1iopho1-a. 
Horte eines andern. Luther erzählt in seiner ((War- Kohlmeise, s. Meise. 
iiungs-schritt an Die zu Frankfurt a. Mo) (1533) über Wohls-ajme, s. Euterpe. 
den Ursprung des Ausdrucks, ein Doktor habe auf Kohlrabi, Oberri"ibe (Brassica 0lem(-es. L. 
der Prager Brücke einen Köhler gefragt, sc was er var. gongy10ji1es), Kohlari.,-deren kiiollig verdiciter 
glaube1), und auf die Antwort des Köhlers: ((er Stengel als Genii"ise perspeistwird. Nach der Farbe 
glaube, was die Kirche glaube)), weiter gefragt, unterscheidet man weiße und blaue K. Empfehlens- 
Etwas denn die Kirche glaube)), worauf der Köh er werte Sorten sind  zur Frühkultnr: Wiener Glas- 
antwortete: ((was iih glaiibe)). kohlFabi (s. Tafel: Gemüs e I, Fig. 14), Erfurter 
Köglerkraut, s. Ver-011iea.  Drecenbrunneii, frühe englische; b. für die späte 
Käf lermütze (Mit1-a 1(oel11eri), ein lederncs Kultur:.weisze und blaue Riesenkohlrabi, Goliath. 
Verbandstück, durch welches bei Hcilswund.en u. dgl. Da die K. leicht faserig oder holzig werden, so 
der Kopf in einer bestimmten Richtung fixiert wird. macht man von Ende März bis Juni alle 2 bis 
Artikel, die man unter K vermißt, find unter C ciufzusuchen.
        

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